Adel und Bauern

Der Adel hatte durch das Edikt von 614 seine Stellung gegenüber dem Königtum befestigt. Das gab ihm die Möglichkeit, schärfer gegen die Bauern vorzugehen.

Der Kern des Großgrundbesitzes stammte aus der Zeit der Eroberung Galliens.
Dieser Grundbesitz ermöglichte es, von den dort arbeitenden Unfreien Zinsen in fränkischen Königs wahr. Die Karolinger, die als Repräsentanten des Dienstadels und im Kampf gegen das Königtum emporgekommen Waren, wurden vom
Adel anerkannt und geachtet. Sie stärkten dessen Macht durch die Vermittlung
von Schenkungen aus dem königlichen Besitz. Am meisten trug aber die .Schwäche
der Merowingerkönige, die sich fast überhaupt nicht mehr um die Regierung
kümmerten, dazu bei, dem Majordomus volle Handlungsfreiheit zu verschaffen.
Man nannte die Merowinger deshalb „Faule Könige“.

Die Bedeutung des Majordomus liegt darin, dass er in der Zeit der völligen
Machtlosigkeit des Königtums für das Weiterbestehen einer zentralen Gewalt
sorgte, ja geradezu an die Stelle des Königs trat. Dadurch setzte er sich auch
bald in Widerspruch zum Adel, der ihn zunächst gestützt hatte.

Es gab zeitweilig mehrere Hausmeier im Reiche; denn wenn es geteilt wurde,
hatte jeder der Könige seine eigene Verwaltung und seinen eigenen Hausmeier als
höchsten Hofbeamten. Zwischen den ‘Hausmeiern der Reichsteile kam es oft zum
Kampf, weil jeder danach trachtete, Hausmeier des ganzen Frankenreiches zu sein,
Dieses Ziel erreichte im Jahre 687 der austrasische Hausmeier Pippin (der Mittlere) aus dem karolingischen Geschlecht durch seinen Sieg in der Schlacht von
Tertry. Für die Zukunft War es von großer Bedeutung, dass infolge des Aufstiegs
der karolingischen Hausmeier die Macht über das ganze Frankenreich auf die
austrasischen; Stämme überging.