Altchristlichen Kirchen im Mittelalter

Der Zentralbau

Dem spätrömischen Tempel am nächsten steht der sogenannte Zentralbau. Auf viereckiger oder achteckiger Grundlage erhaben sich Mauern, die mit einer mächtigen Kupper überdacht sind. Der Raum unter der Kuppel ist durch Seitennischen, die mit Halbkuppeln abschlossen sind, erweitert. Die prachtvollste Kirche dieser art ist die Sophienkirche in Konstantinopel, die Kaiser Justinian im 6. Jahrhundert erbaute. Ein Zentralbau ist auch die Marienkirche in Aachen, die Karl der Große errichten ließ. Sie hat nur wenig Nachahmung in Deutschland gefunden, Auch bayrischen Boden gehört zu dieser Art von Kirchen die berühmte Wallfahrtskapelle in Altötting, wo sich eine karolingische Königspfalz befunden hat. Im ausgehenden Mittelalter treffen wir den Zentralbau nochmals in dem herrlichen Münster des Klosters Ettal.

Die Basilika

Zum entscheidenden Vorbild für den christlichen Kirchenbau wurde aber nicht der Zentralbau, sondern die weiträumige Halle der Basilika. Die altheidnischen Tempel waren nur Opferstätten mit Götterstatuen und daher verhältnismäßig klein. Die christlichen Kirchen dagegen mussten Versammlungsräume für die Gläubigen sein. Darum war die altrömische Markt- und Gerichtshalle der Basilika am besten geeignet, als Grundform für den Kirchenbau zu dienen.

Ein ummauerter Vorhof führt in eine dreischiffige Halle. Das Mittelschiff ist breiter und höher als die beiden Seitenschiffe. Zwei Säulenreihen verbinden das Mittelschiff mit den Seitenschiffen. Eine Decke fehlt zunächst ganz, später wird eine flache Holzdecke als Abschluss gegen das Dachgebälk angebracht. An das Hauptschiff schließt sich der Chor, ein halbkreisförmiger Raum für den Altar. Mosaik. Und Wandmalereien schmücken die großen Mauerflächen im Innern. Die rundbogigen Fenster sind nur klein, weil die Wände, durch den schweren Dachstuhl belastet, eine stärkere Durchbrechung nicht ertragen könnten. Der Glockenturm stand als selbstständiger Bau neben der Kirche.