Schlacht von Hastings 1066 im Mittelalter

Am 28. September 1066 landete Wilhelm der Eroberer mit einer Invasionsflotte bei Pevensey in Südengland. Er hatte Bogenschützen, Infanterie und sogar Kavallerie über den Kanal gebracht. Die Nachricht von der Landung erreichte den damaligen König von England, Harold Godwinson, kurz nach dem Sieg bei Stamford Bridge im Norden, wo er eine plündernde Wikingerarmee zurückgeschlagen hatte. Innerhalb von 14 Tagen marschierte Harold mit seinen Kriegern nach Süden, um seinen Thron zu verteidigen. Am Abend des 13. Oktober lagerte er auf Caldbec Hill außerhalb von Hastings und am 14. Oktober stießen die beiden Heere am Ort der heutigen Battle Abbey zusammen.

Harolds Armee bestand, wie zur damaligen Zeit im angelsächsischen England üblich, aus Harolds etwa 500 Mann starker Leibgarde als Elitetruppe und ansonsten aus dem Fyrd, dem angelsächsischen Aufgebot, dem jeder freie Mann dienstverpflichtet war. Die Gesamtstärke des Fyrd betrug ca. 7200 Mann. Wilhelm hingegen rückte mit einer Streitmacht aus 4000 professionellen normannischen Kämpfern an, unterstützt von 1500 bretonischen und 2000 flämischen Hilfstruppen. Teile von Wilhelms Truppen waren beritten, und Harold versuchte diesen Vorteil auszugleichen, indem er ihn zwang, bergauf anzugreifen. Im Gegensatz zu Wilhelm, der sich inmitten seiner Krieger postiert hatte, nahm Harold seinen Platz hinter der Schlachtreihe inmitten seiner Leibgarde ein. Harold hatte die traditionelle Schlachtordnung, den Schildwall gewählt, der hier mehrere Reihen tief war, Wilhelm hingegen stellte drei Blöcke auf, die Normannen zentral mit den Bretonen zur linken und den Flamen zur Rechten.

Das erste Zusammentreffen der Armeen fand am frühen Vormittag statt und die Bretonen wurden vom angelsächsischen Fyrd zurückgedrängt. Der normannischen Kavallerie gelang es aber, mit einem Flankenangriff die nachsetzenden Angelsachsen von ihrer Hauptstreitmacht zu trennen, und sie wurden vollständig aufgerieben. Trotzdem war Wilhelms linke Flanke nach diesem Angriff in einem desolaten Zustand und er brauchte bis mittags, um die Truppen wieder zu ordnen. Am Mittag wiederholte sich das Bild, wieder mussten die Normannen zurückweichen, wobei ein junger Krieger Wilhelms Pferd zu Fall brachte, und wieder wurden nachsetzende Angelsachsen von der normannischen Kavallerie durch einen Flankenangriff in Grund und Boden gestampft. Auch ein dritter Angriff am Nachmittag, bei dem Wilhelm erneut das Pferd verlor, brachte keine Entscheidung, allerdings waren die angelsächsischen Truppen mittlerweile stark geschwächt. Die Entscheidung fiel am späten Nachmittag beim vierten Angriff, als Wilhelm einem direkten Angriff auf Harolds Banner, sprich auf Harold befahl. Dieser war erfolgreich, ein Pfeil traf Harold und obwohl er von seiner Leibgarde vermutlich lebend aus der Schlacht gebracht wurde, starb er noch am Schlachtfeld. Während Harold im Sterben lag, tötete ein normannischer Stoßtrupp seinen Bannerträger und das Fallen der Standarte verkündete den Tod des Königs. Dies war auch für seine Armee der Todesstoß, denn für das Fyrd endete hiermit offiziell die Dienstpflicht und die Kämpfer flohen in Scharen. Wilhelms Krieger verfolgten die Flüchtlinge, wurden aber mit der einbrechenden Dunkelheit von Wilhelm zurückbefohlen, nachdem ein Suchtrupp von einer Gruppe versprengter Angelsachsen angegriffen und vernichtet worden war.

Am 25. Dezember wurde Wilhelm der Eroberer in London zum König von England gekrönt, doch es sollte noch Jahre dauern, bis er sein neues Reich wirklich beherrschte.