Die städtische Finanzwirtschaft

Die wichtigste städtische Steuer ist das Ungeld (Ufzife): Torzölle, Steuern auf Salz, Brot, Wein, Bier. Daneben treten direkte Personal- und Vermögenssteuern. Unter den Ausgaben stehen diejenigen für öffentliche Bauten, besonders den Mauerbau, obenan. Dazu kommen infolge der dauernden Kriege die militärischen (ständige Söldnertruppe neben dem Bürgeraufgebot) und politische. (diplomatische Gesandtschaften, geldliche Unterstützung einer kriegführenden Partei). Um plötzlich auftretenden Geldforderungen zu genügen, entwickeln die Städte die Kreditwirtschaft: sie nehmen Geld auf gegen Verpfändung ihrer Einkünfte.

Zur Deckung besonderer Ausgaben greift man in italienischen Städten zur Zwangsanleihe (zwangsmäßige Überlassung eines Vermögensteils and die Stadt gegen Verzinsung und Rückzahlung in bestimmter Frist).

So bildeten sich in der mittelalterlichen Stadt, die durch den Handel auf Geldwirtschaft eingestellt war, die Grundzüge des modernen Finanzwesens aus. Das Vorbild der Städte wurde bald in den Territorien nachgeahmt.