Kloster im Mittelalter

Die Mönche und Nonnen lebten nach eigenen Ordensregeln, da sie nicht mehr in der eigentlichen Welt lebten. Das Kloster wurde von einem Abt oder einer Äbtissin geleitet. Wenn man in ein Kloster eintreten wollte, so musste man den Schwur leisten, nicht zu heiraten, nichts persönlich zu besitzen und der Kirche / dem Abt gehorsam zu leisten. Die Nonnen / Mönche besaßen keine eigenen Räume. Im ganzen Kloster herrschte Schweigepflicht, wenn ein Gespräch unumgänglich war, musste man in einen speziellen Sprechraum gehen, ansonsten verständigte man sich mit der Zeichensprache. Die Mönche wollten ihr leben durch Gebet, Fasten und Meditation reinigen und den Engeln gleich werden, sie wollten Vorbilder für die Menschen sein. Gebetet wurde sechs Mal am Tag und einmal in der Nacht. Die Ordensregel hatte ein heiliger Benedikt ausgestellt: Ein Mönch musste beten und arbeiten und ein perfekter Christ sein. Alle Mönche / Nonnen waren Vegetarier und auch sonst gingen sie mit ihren Körper hart um.

Später bildeten sich im Kloster 2 Gruppen heraus: – Die Mönche / Nonnen, deren Tageswerk das Schreiben, Bibelstudium usw. war, – und die Laienschwestern / – Brüder, die körperliche Arbeit (Feldarbeit usw.) verrichten mussten. Auch am Klosteraufbau machen sich dieseGruppen bemerkbar. Es gibt Räume für Mönche und Räume für Laienbrüder, die strikt getrennt sind.

Im Mittelalter gab es für Frauen wenig Entfaltungsmöglichkeiten, denn nach der damaligen Meinung der Menschen war durch Eva die Sünde in die Welt gekommen. Frauen konnten höchstens Nonnen werden (es gab aber auch Märtyrerinnen). Aus diesen Verhältnissen heraus bildeten sich verschiedene Frauenvereinigungen, wie z.B. die Beginen, die sich in kleinen Hausgemeinschaften zusammenschlossen (sie waren aber kein Orden). Zu den Beginen gehörten meist verwitwete Adlige. Für die Beginen gab es eine eigene Hausordnung, aber keine lebenslänglichen Gelübde wie bei den Nonnen. Da die Beginen selbst für sich sorgen mussten, hatten sie kein Geld, um großartige Bauwerke wie die katholische Kirche zu errichten. Sie hatten vor allem in Köln und anderen Großstädten viele Anhänger. Die Kirche, der solche Gruppierungen gar nicht gefielen, bezichtigte sie immer wieder der Ketzerei, aber ohne großen Erfolg. Auch die Mitglieder der verschiedenen Zünfte waren den Beginen nicht immer gut gesinnt, denn die Beginen konnten viel billiger produzieren wie sie. Manche adligen Frauenstifteten den Beginen Altäre o. ä. und wurden dafür verehrt, die Beginen erhielten auch viele Bücher und dadurch einen geistigen Vorsprung. – Mystikerinnen: Sie dachten immer nur über Gott nach, hatten ein stilles Leben, sie lasen schweigend viele Bücher und Erreichten durch Meditation und “Visionen” ein besseres Verständnis des Lebens. – Nonnen, welche im Kloster lebten. Um 900 – 1100 verdoppelte sich die Anzahl der Klöster. – Manche Frauen traten auch den Bettelorden bei, um den Armen direkt helfen zu können.

Das Kloster im Mittelalter

Das Kloster im Mittelalter

Klöster als Grundherren waren Zentren des politischen und religiösen Lebens auf einem großen Gebiet. Adlige beschenkten Klöster oft, damit die Mönche und Nonnen für ihr Seelenheil beteten. Adlige Stifterfamilien gründeten auch Eigenklöster. Das brachte für die Familien viele Rechte und Vorteile und vor allem Verdienste (durch die Abgaben der Vasallen). Auch konnten sie die Abtstelle mit ihrem Zweit- oder Drittgeborenen besetzen. Die Klöster wollten aber lieber frei sein und sich selber verwalten. Deswegen unterwarfen sie sich oft direkt dem König, die so genannten Reichsabteien, in denen die Mönche ein Gut verwalten mussten, aber trotzdem Äbte (oder Mönche) blieben. Die Mönche in Reichsabteien hatten besondere Aufgaben: Sie mussten Wälder roden, Geleitschutz leisten usw.

Klöster hatten oft einen sehr großen Besitz und waren durch Abgaben und Dienste sehr reich. Die im Gebiet des Kloster erwirtschafteten Waren wurden häufig im Klosterhof weiterverarbeitet (Schmied u. ä.). Die Laienbrüder verrichteten die landwirtschaftliche und handwerkliche Arbeit, während durch die Mönche und Nonnen das Kunsthandwerk zur vollen Blüte gelangte. Die Mönche arbeiteten nicht nur innerhalb des Klosters, sondern errichteten Pilgerstationen, machten Krankenbesuche usw.

Mönche hatten auch oft wegen ihrer guten Bildung hohe politische Ämter zueigen. In einem Kloster gab es immer einen oder mehrere Ärzte und Apotheker. In Klöstern gab es auch oft Schulen, weil die Mönche oftmals die einzigen im Umkreis waren, die lesen und schreiben konnten. Im Kloster gab es auch meistens eine Bibliothek mit einer Schreibstube, in der Bücher abgeschrieben und kopiert wurden. Für die religiösen Aufgaben gab es eine große Kirche mit einem Kreuzgang und manchmal auch eine zusätzliche Kapelle mit Kreuzgang.

Im Kloster gab es oft zahlreiche Handwerksbetriebe, in denen die Güter, die in der Grundherrschaft erwirtschaftet wurden, weiterverarbeitet wurden. Ebenso beschäftigten sich viele Mönche mit Kunsthandwerken wie das Goldschmiedehandwerk.

Der Dominikanerorden wurde um das Jahr 1215 von spanischen Mönchen in Rom gegründet. Die Dominikanermönche legen das Hauptgelübde ab, sich nie an einen Ort zu binden. Zuerst widmeten sie sich dem Kampf gegen die Ketzer in Südfrankreich. Die Reformen des Dominikus verbreiteten sich stark. Nach dem Jahr 1220 gab es in fast jeder Stadt einen Abgeordneten der Dominikaner.

Das Kloster im Mittelalter

Das Kloster im Mittelalter

Die Franziskaner, gegründet von Franz von Assisi, lebten nur von Almosen; sie standen auf der untersten sozialen Stufe. Bei ihnen war es egal, ob man Adlig war oder nicht. 1230 hatte der Franziskanerorden schon über 1000 Mitglieder; nach 1230 wurde er fester Bestandteil er Kirche. Reichsteilungen, Angriffe der Sarazenen, Anfreiheit der Kirche gegenüber den Reichen führten zu Klostergründungen, die unabhängig von allen weltlichen direkt dem Papst unterstellt waren. Im 11. Jahrhundert gab es rund 100 Klöster in Europa. Ihre Macht zeigt sich in den großen Kirchenanlagen. Das Kloster Kling wurde oft wegen seinem zu großen Reichtum kritisiert, da dieser ja gegen den Glaubensgrundsatz der Mönche verstößt.