Lehnswesen im Mittelalter

Ganz Westeuropa war in mehrere große Reiche geteilt. An der Spritze eines jeden Staates stand ein eigener König, aber seine Macht war unbedeutend. Alle Gewalt hatten die Lehnsherren. Jeder Staat bestand aus einer Reihe unabhängiger, selbstständiger Gebiete.

Solche Gebiet – Besitzungen großer Feudalherren – hießen Grafschaften oder Herzogtümer. Die Beherrscher dieser Gebiet, die Grafen und Herzöge, hatten viele eigene Vasallen und fühlten sich vom König unabhängig. Manche von ihnen wollten auch selbst die Königskrone an sich reißen. Alle Herzöge und Grafen galten als Vasallen des Königs, und dieser war ihr Lehnsherr. Sie waren verpflichtet, ihm Kriegsdienst zu leisten, aber in Wirklichkeit unterstützen sie den König mit ihren Streitkräften nur dann, wenn sie wollten. Manchmal führten sie selbst gegen den König Krieg.

Jeder der Herzöge und Grafen erledigte selbstständig die Angelegenheiten der inneren Verwaltung, führte Krieg und schloss Bündnisse, ohne den König zu fragen. Sie hatten ihre eigenen Vasallen, die wiederum ihre Vasallen, kleine Ritter, haben konnten. Der König besaß in den Gebieten der Grafen und Herzöge keinerlei Macht. Ihre Vasallen galten nicht als Untertanen des Königs. Man sagte: „Der Vasall meines Vasallen ist nicht mein Vasall“.

Das Lehnswesen im Mittelalter

Das Lehnswesen im Mittelalter

So bildete sich eine feudale Pyramide. An der Spitze der Pyramide stand der König, unter ihm die größten Lehnsherren, die Herzöge und Grafen, denen ganze Gebiete gehörten; noch tiefer die weniger einflussreichen Lehnsherren und schließlich die kleinen Ritter. Jeder der Feudalherren war Vasall im Hinblick auf den Höherstehenden und Lehnsherr auf den Niedrigstehenden. Jeder der Feudalherren galt als oberster Herr in seinem Gebiet, Von ihm empfing der Vasall seinen Grundbesitz, das „Lehen“, das an den ältesten Sohn vererbt wurde.

Auf den Ruf der Lehnsherren musste der Vasall in voller Bewaffnung zu Pferde bei ihm erscheinen und mit ihm in den Krieg ziehen. Der Lehnsherr war verpflichtet, seinen Vasallen zu helfen, ihn bei Überfällen zu verteidigen und sein Land vor Eroberung zu schützen.

Das Lehnswesen im Mittelalter

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Auch die Geistlichkeit gehörte zu der feudalen Pyramide. Erzbischöfe, Bischöfe und Äbte waren große Lehnsherren mit vielen Vasallen. Sie unterschieden sich in nichts con den weltlichen Feudalherren; sie nahmen an Kriegen und Raubzügen teil und gingen auf Jagd.

Die feudale Pyramide war für die herrschende Klasse eine Notwendigkeit. Sie war das Mittel, um die Herrschaft über die Bauern zu festigen. Lehnsherren und Vasallen halfen sich gegenseitig bei der Unterwerfung der Bauern. Diese Organisation der herrschenden Klasse wurde jedoch oft zerstört, denn zwischen dem König und den Feudalherren wurden ständig Krieg geführt, und auch die Feudalherren kämpften miteinander.

Das Lehnswesen im Mittelalter

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