Marguerite Porète

* Hainaut, † Paris 01.06.1310

Schrieb in altfranzösischer Volkssprache den “Miroir des simples âmes” (Spiegel der einfachen Seelen) und hatte damit ungeahnten Erfolg, besonders unter den Anhängern der Begarden und Beginen, wie ein kirchliches Ketzerprotokoll vermerkt. Der Bischof von Cambrai (1296-1306) verurteilte sie, ließ ihr Buch in Valenciennes öffentlich verbrennen und stellte die Weiterverbreitung unter Strafe. Sie verbreitete es dennoch weiter bis 1307 erneut Anklage gegen sie erhoben wurde. Diesmal ist es der päpstliche Generalinquisitor Frankreichs, der Dominikaner Wilhelm von Paris, der schon bei den Prozessen gegen die Templer unrühmliche Verdienste für sich in Anspruch nehmen konnte (übrigens ein Hausgenosse Eckharts in dessen Pariser Zeit 1311-13). In Paris wird sie in den Kerker geworfen. Sie verteidigt sich nicht, rechtfertigt nichts und nimmt auch nichts zurück. Am 11. April 1310 wird ihr Buch von einer Kommission aus 21 Pariser Theologen als häretische Schrift verurteilt, was von Wilhelm am 30. Mai bestätigt wird. Am Tag darauf wird sie auf dem Scheiterhaufen verbrannt.