Marktregeln im Mittelalter

Im Mittelalter waren bereits die Märkte bereits durch Regeln bestimmt, um den Handel und die Arbeit zwischen den einzelnen Zünften und Gilden so zu regeln, dass das Miteinander im Mittelalter in gewissen Bahnen lief.

- des kuniges strazen suln sehzehen schouhe wit sin.
(Die Strassen des Königs sollen sechzehn Fuss breit (weit) sein.)

- swelh wagen dez ersten an die brugge kumet, der soll ouch des ersten uber varen.
(Welcher Wagen zuerst an die Brücke kommt, der soll auch zuerst darüber fahren.)

- der rat hat gesetzet an erber lüte, die daz brot, win und fleisch besehen.
(Der Rat hat ehrbare Leute eingesetzt, die das Brot, den Wein und das Fleisch kontrollieren.)

- swele kramer oder suter sin kram uf richte an dem vischmarkte, der git 3 sol.
(Der Krämer (Händler) oder Schuhmacher, welcher am Fischmarkt seinen Stand aufstellt, der bezahlt drei Münzen.)

- diu lant straze sol alse breit sin, daz ein wagen dem andern mag gerumen.
(Die Landstrasse soll so breit sein, dass ein Wagen dem anderen ausweichen kann.)

- der lere wagen sol rumen den geladen.
(Der lehre Wagen soll dem geladenen ausweichen.)

- und der ringer wagen sol ie dem sweren wichen.
(Und der leichtere Wagen soll dem schwereren ausweichen.)

- swelher baz entwichen mag, der sol ouch entwichen.
(Wer besser ausweichen kann, der soll auch ausweichen.)

- der ritende entwiche dem wagene.
(Der reitende weiche dem Wagen aus.)

- der gende entwiche dem ritenden.
(Der Gehende weiche dem Reitenden aus.)