Mechthild von Magdeburg

* in Niedersachsen zwischen 1207 und 1212, † Helfta (Eilsleben) 1282 oder 1294

Deutsche Mystikerin. – Lebte als Begine unter geistlicher Leitung derDominikaner in Magdeburg. Gegen Ende ihres Lebens zog sie sich zu den Zisterzienserinnen ins Kloster Helfta zurück. Von einzigartiger mystischer Begabung, trat sie als Kritikerin ihrer Zeit und der Kirche auf.

Mit ihren Offenbarungen “Fließendes Licht der Gottheit” verfaßte sie das erste deutschsprachige Werk vor Meister Eckhart. Sie gehört damit zu den Frauen, denen der Durchbruch zur volkssprachlichen Literatur zu verdanken ist (wie die Hadewijch im flämisch-niederländischen und Marguerite Porète im französischen Kulturraum). Niedergelegt wurden die Offenbarungen in einem niederdeutschen Idiom. Ihre ersten sechs Bücher enthalten eine Menge Kritik. Freimütig greift sie den Welt- und Ordensklerus an, auch die Dominikaner nimmt sie davon nicht aus. Dabei bedient sie sich einer von Leidenschaft geprägten, ausdrucksstarken Sprache. Ihre bitteren Anwürfe erregten beträchtliches Aufsehen und es blieb nicht aus, daß sie persönlich angefeindet wurde.