Pfalz (Palatium) im Mittelalter

Unter einer Pfalz versteht man eine burgähnliche Anlage in der im Mittelalter die fränkischen bzw. deutschen Könige und Kaiser Station machten. Der Name leitet sich vom lateinischen Palatium (kaiserlicher Palast) ab. Die Gebäudekomplexe lagen alle auf königlichen Gütern und dienten den reisenden Herrschern als Wohn- bzw. Aufenthaltsorte.

Eine Pfalz bestand zumindest aus dem Palast (lat. palas), der Pfalzkapelle und dem Gutshof. Die Könige und Kaiser hielten dort ihre Amtshandlungen ab, Hoftage fanden statt und hohe kirchliche Feste wurden hier gefeiert. Die Pfalzen, die die Herrscher besuchten, wechselten je nach Ausrichtung der Kaiser. Besonders wichtig waren die Pfalzen, in denen die Kaiser den Winter verbrachten (Winterpfalzen) und die Festtagspfalzen, wobei das Osterfest das wichtigste Fest darstellte. Größere Pfalzen lagen oft in Städten, die Sonderrechte (z.B. Reichsfreiheit) hatten, sie konnten aber auch Bischofssitze oder Reichsklöster sein.

Wichtige Pfalzen waren unter anderem Aachen, Speyer und Mainz.