Physik im Mittelalter

Die klassische Physik beschreibt die Wirkungen und die Beschaffenheit von Phänomenen in der Natur mit einfacher Logik und Gesetzen. Als um 1096 der erste Kreuzzug stattfand, bekamen die Europäer erstmals einen breiten Zugang zu einer anderen Kultur, die den Europäern in Wissen und Erfindungen ebenbürtig waren und in einigen Gebieten sogar weiterentwickelt. So fingen die Gelehrten zuerst einmal an, sich das arabische und griechische Wissen anzueignen. Die Physik erlangte aber erst im 16. Jahrhundert größere Bedeutung, als man sich von der Macht der Feudal- und Kirchenherrschaft befreite und die antike, griechische Kultur wieder entdeckte. In dieser Zeit fing man an sich nicht nur auf Beobachtungen in der Natur zu stützen, sondern man versuchte mit Hilfe der Mathematik und systematische Experimente die Annahmen zu Beweisen und zu präzisieren. Die Physik spielte im Mittelalter keine allzu große Rolle, wichtiger waren die Alchimie, Astrologie und die Astronomie. Die klassische Physik wird in verschiedene Unterbereiche unterteilt: Mechanik, Dynamik, Akustik und die Optik.

Optik

Die ersten Abhandlungen über die Optik aus der Neuzeit stammen aus dem 11. Jahrhundert aus Ägypten. Bei uns sind erst aus dem 13.Jahrhundert Versuche mit Linsen bekannt. Robert Grosseteste und sein Schüler Roger Bacon stellten die vergrößernde und verkleinernde Wirkung von Linsen fest und entdeckten die Abbildungsgesetze. Dietrich von Freiberg stellte 1304 genauere, mathematische Betrachtungen von Lichtbrechung und Reflektion fest. Das erste Teleskop wurde von Unbekannten in Holland entdeckt, aber erst Galileo Galilei entwickelte es soweit, dass man damit Sterne beobachten konnte. Er war es auch, der das erste Mikroskop entwickelte. Schon dem Naturforscher Leonardo da Vinci war die Camera Obscura, eine Lochkamera, mit der man Abbilder aus der Natur unverfälscht wiedergeben konnte bekannt. Ihr System wird heute noch in unserer Spiegelreflexkamera verwendet. Da Vinci machte auch Entdeckungen im Gebrauch von konvexen Brillengläsern für Weitsichtige und entdeckte die optische Täuschung. Die Optik war während des gesamten Mittelalters immer nur eine theoretische und keine angewandte Wissenschaft.

Akustik

Die Akustik ist ein physisches Gebiet, mit dem sich während des Mittelalters nur wenige Leute beschäftigt haben. Der Begriff taucht erst wieder bei Galileo und dem Franzosen Mersenne auf, die den Zusammenhang zwischen Tonhöhe und Schwingungszahl entdeckten, was ein wesentlicher Grundstein der Akustik ist.

Mechanik

Die Mechanik ist das Teilgebiet der Physik, das sich mit Bewegung und Kräften beschäftigt. Während des gesamten Mittelalters beschäftigten sich die Wissenschaftler mit diesem Wissensgebiet. Zum Beispiel Jean Buridan, der auf dem Gebiet des Impuls und Impulsstoßes forschte oder Cardan, nach dem die Kardanwelle benannt wurde. Aber auch Lenonardo da Vinci stellte Nachforschungen über die Bewegungs- und Hebelgesetze an so entwickelte er 1497 eine Spinnmaschine mit Flügeln zum Garnaufwickeln. Nicht zu vergessen ist auch Galileo nicht, der Nachforschungen über den Freien Fall und die Gravitation anstellte. Im Mittelalter wurde auch das Prinzip der Windmühlen oder das Wasserrad erfunden.