Turnier im Mittelalter

Das beliebteste Kampfspiel war das Turnier. Es gab den Rittern Gelegenheit, ihre Tapferkeit und ihre Gewandtheit zu beweisen.

Die Turniere wurden bei feierlichen Gelegenheiten abgehalten; die Ritter suchten sich durch ihren Prunk ihren Glanz gegenseitig zu überbieten. Jeder Teilnehmer musste bei den Kampfrichtern Name und Geschlecht, denn es wurde niemand zugelassen, wenn er nicht von adliger Abkunft war. Die Waffen wurden geprüft, denn im Turnier wurden stumpfe Waffen gebraucht. Dann sprengten die Reiter in glänzender Rüstung in die Schranken. Beim Lanzenstechen versuchte ein Ritter den Gegner durch einen wuchtig geführten Stoß aus dem Sattel zu heben. Auch Gruppen kämpften gegen Gruppen; oft waren sie in Stärke von kleinen Heeren. Die Gegner gingen aufeinander los wie in der Schlacht, verletzten sich, und zu allzu oft waren Tote zu beklagen. Wandte der Gegner sich zur Flucht, so setzte durch Äcker und, Wiesen und Wald eine erbitterte Verfolgung ein, bis sich der Fliehende gefangen gab.

Als Abschluss des Turniers wurde der Sieger von einer Edeldame mit dem „Besten“, dem Turnierpreis, beschenkt. Das war ein Schwert, ein goldener Pokal oder etwas Ähnliches. Trotzdem die Turniere gefährlich waren, waren sie sehr beliebt, denn sie waren zugleich Schauspiele und Manöver.