Weg in die Prostitution

Als häufigste Begründung, weshalb Frauen in die Prostitution gedrängt wurden, finden wir in der Armut. Das heißt aber nicht, dass diese eine Frau zwangsläufig in die Prostitution treiben musste. Als weitere Faktoren können sexuelles Fehlverhalten, wie wiederholter Ehebruch, voreheliche Schwangerschaft oder Vergewaltigung gesehen werden, denn wer sich solcher Vergehen schuldig machte, wurde bald als Hure bezeichnet. Obgleich es eigentlich verboten war, sind Fälle von Prostituierten bekannt, deren Eltern oder Ehemännern sie an ein Frauenhaus verkauft oder verpfändet hatten: “so ist eins ratsmeinung, ernnstlich und vestigelich, das hinfür kein frawenwirt, wirtin noch ymandt von iren wegen einich weibsbilde, das davor in dem gemeinen leben oder heusern wesentlich nit gwest wer, nicht kauffen, verpfenden noch drauff leyen sollen.[...] Auch soll hinfür der frawen wirt, wirtin oder ir gewalt wissentlich nit einnemen, herbergen oder halten einich frawen, die einen eeman hat oder die hie burgers kind sey.”

Es soll auch Zuhälter gegeben haben, die auf dem Land umherzogen, wo sie Mädchen mit falschen Versprechungen – zum Beispiel, dass sie einem reichen Mann vorgestellt würden, der sich eine Frau suche – in die Stadt lockten, wo sie zur Prostitution gezwungen wurden.

Der Weg in die Prostitution im Mittelalter

Der Weg in die Prostitution im Mittelalter

 

Raphael Fischer – http://www.raffiniert.ch/gprost.html