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| Lexikon des Mittealters | Dubai Schokolade, das einzigartige Malbuch | Zwischen Zinnen und Alltag - Das Leben auf mittelalterlichen Burgen |
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Wagenreise. Mit dem Wagen zu reisen galt bis ins Spätmittelalter als unmännlich, und so reisten in den mit Leinenplanen oder Leder gedeckten „Kobelwagen“ nur Frauen, Kinder, Alte und Gebrechliche. Auch gefangene Verbrecher wurden darin befördert. Reisewagen waren aus Kastenwagen entwickelt worden oder aus Leiterwagen, deren Seitenwände durch Flechtwerk geschlossen waren. 1343 wird erstmals ein Personenwagen erwähnt, dessen Wagenkasten mit Lederriemen an den vier Rungen des Wagenaufbaus aufgehängt war.
Die Reisezeit begann im späten Frühjahr, wenn die Wege und Straßen ausgetrocknet und einigermaßen passierbar waren, und endete im Spätherbst, bevor sie sich wieder in Moraststrecken verwandelten. Alpenpässe waren für Wagen nicht passierbar, Reisende mussten am Fuße der Gebirgsstrecken auf Reittiere oder in Sänften umsteigen. Vom 11./12. Jh. an besserten sich die Straßenverhältnisse aufgrund der wachsenden Mobilität der Gesellschaft und des wachsenden Güterverkehrs. Immer häufiger wurden die Ochsen als Zugtiere vom Pferden abgelöst. Im 15. Jh. wurde der Komfort der Reisewagen durch elastische Aufhängung des Wagenkastens verbessert. Etwa von da an (möglicherweise auch: deswegen) wurde der Reisewagen zum allgemein akzeptierten Verkehrsmittel.
Für die überregionalen Königsstraßen (den späteren Reichsstraßen), die unter erhöhtem Friedensgebot standen, galten besondere Verkehrsregeln, wie sie im „Sachsenspiegel“ (13. Jh.) niedergelegt sind (s. Verkehrsordnung).
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