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Wundarzt (wuntarzat, der wunden arzet, chirurgus vulgaris). Wundärzte waren die Nachfolger der Bader und Barbiere, aus deren Tätigkeitsspektrum sie nur die Laienmedizin übernahmen. Die studierten Ärzte, die medici physici, übten ihre Praxis in Städten aus und beschränkten sich auf Pulsfühlen, Harn- und Blutschau und auf spitzfindige Erörterungen. Die handwerkliche Arbeit am Patienten – Wund- und Frakturversorgung, Einrenkung von Luxationen, die Behandlung von Zahn- und Augenleiden, von Hautleiden und Geschwüren sowie die Geburtshilfe – wurden den niederen Heilberufen in Stadt und Land überlassen. Wundärzte waren frei von Bücherwissen, durchliefen eine ähnliche Lehre wie die Steinschneider und wurden zu Spezialisten der Chirurgie. Sie arbeiteten häufig als Gehilfen der Ärzte (incisores, chirurgi physici) und als Feldärzte (s. Feldscher).
Anschließend einige der im Mittelalter üblichen wundärztlichen Maßnahmen: Reposition und Fixierung luxierter Gelenke; Einrenken und Schienen von Frakturen (zur Herstellung stützender Verbände wurden Harze, Eiklar und Gluten verwandt; der Gipsverband des Abu Mansur Muwaffaq war im christl. Abendland nicht bekannt geworden – erst 1851 wurde er von dem niederländ. Militärarzt Antonius Mathysen eingeführt); Wunden wurden sondiert, gereinigt und verbunden bzw. genäht (Wundeiterung galt als Voraussetzung der Heilung; zum Abfluss des Eiters ließ man eine Wundpartie offen); Abszesse wurden medikamentös gereift und durch Schnitt oder Ätzmittel geöffnet; Tumore wurden möglichst total exstirpiert bzw. ausgeätzt oder ausgebrannt; Fisteln galten als Lebewesen und wurden ausgeschält oder durch Ätzmittel „getötet“; Schusskanäle wurden mit siedendem Öl ausgespült, da man annahm, dass Schießpulver giftig sei; durch Bauchdeckenperforation vorgefallene Darmteile wurden gewärmt, gespült und reponiert. Die Enden durchtrennter Därme fügte man über einem Holzrohr oder einer Gänsegurgel zusammen und vernähte sie; amputierte Gliedmaßen wurden prothetisch versorgt, wobei nur für Unterarm-Hand-Prothesen aufwendige mechanische Konstruktionen entwickelt wurden („Eiserne Hand“).
Als Verbandsstoffe verwendete man Leinen-, Woll- und Baumwolltücher. Lederlappen und dünnes Bleiblech wurden als Abdeckung benutzt. Zum Aufsaugen von Wundsekret und als Polsterung nahm man Werg- und Baumwollbäusche. Vom Spätmittelalter an war die „roll-binde“ ein unentbehrliches Requisit der Wundärzte.
Um die Blutstillung kümmerten sich außer den gelernten Wundärzten und Badern auch Heiler und Laien; sie „besprachen“ die Wunde (s. Blutsegen) und sorgten nebenbei für die Linderung des Wundschmerzes, indem sie beispielsweise die Wunde dreimal behauchten, worauf der Schmerz „wie weggeblasen“ war.
(s. Amputation, Bruch, Narkotika, Schmerzbekämpfung)
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