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Würfelspiel (mhd. würfelspil, toppel-, topelspil; lat. ludus talarius). Das Würfelspiel war, im Gegensatz zu Brett- und Kartenspielen, von Anfang an auch ein Spiel des gemeinen Volkes. Die Germanen hatten es durch die Römer kennengelernt, und bis ins hohe Mittelalter, als daneben das Kartenspiel aufkam, klapperten trotz Verbots durch weltliche und kirchliche Obrigkeiten an Höfen und in Klöstern, auf Friedhöfen, in Schenken und Kemenaten die „Schelmensteine“ aus Stein, Holz, Knochen oder Elfenbein. Da zumeist um Geld und Gut gespielt wurde, gab es genügend Falschspieler, die mit präparierten Würfeln ihrem Glück nachhalfen. Um dem Spiel die Sündhaftigkeit zu nehmen, erdachte sich 972 ein Bischof ein Würfelspiel mit geistlichem Inhalt für Mönche und Nonnen. Eine Synode von Trier gestattete Klerikern das Würfelspiel, sofern es zur Erholung und nicht um einen Gewinn betrieben wurde. Das auf der Brixener Synode von 1455 für Kleriker erlassene Würfelverbot ist nicht durch Wirksamkeit aufgefallen. Gegen das lästerliche Spielen um Geld und Gut ergingen – schon um die Spieler vor wirtschaftlichen Ruin zu schützen – im Spätmittelalter immer neue Verbote mit z.T. drakonischen Strafandrohungen, von denen neben den Spielern selbst auch die Wirte betroffen waren, die das Würfeln in ihrer Schänke geduldet hatten.
Für regelgerechte („echte“) Würfel wurden folgende Bestimmungen erlassen: sie mussten gleichlange und rechtwinklig aneinanderstoßende Kanten haben, die Augen hatten deutlich erkennbar und richtig angeordnet zu sein und die Masseverteilung hatte gleichmäßig zu sein, sodass die Würfel nicht etwa vorzugsweise auf eine bestimmte Seite fielen.
Über fürstliches Würfelspiel wird in der Autobiographie Kaiser Karls IV. berichtet. Im Heerlager zu Königsberg (1344/45) nahm Graf Wilhelm von Holland dem jungen König von Ungarn die immense Summe von 600 Gulden ab. Die Peinlichkeit der Sache lag weniger in der Höhe des Verlusts, als vielmehr darin, dass König Ludwig ob des Verlustes die Haltung verlor sowie in dem Umstand selbst, dass sich Kreuzfahrer, milites Christi, dem unchristlichen Spiel hingaben.
Abschließend ein Reim Reinmars von Zweter:
Der tiuvel schuof das wurfelspil
darumbe das er selen vil
damit gewinnen wil.
(s. Spiele, Spielleidenschaft)
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