Barbar

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Lexikon des Mittealters Zwischen Zinnen und Alltag - Das Leben auf mittelalterlichen Burgen
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Barbar (lat. barbarus, v. grch. barbaros = Stammler). Das Wort bezeichnete ursprünglich den Fremdling, der mit einheimischer Sprache und Sitte nicht vertraut war. Später wurde es allgemein diffamierend auf rohe, ungebildete Leute, aber auch auf politische Feinde und Andersgläubige angewandt. Die Kirche spitzte den abwertenden Charkter des Wortes zu, indem sie es als gottgefällig erklärte, Barbaren mitleidlos abzuschlachten und ihre Kadaver Wölfen und Raben zum Fraß zu überlassen (Abt Suger von St. Denis). Der anonyme Pilgerführer “Liber Sti. Jacobi” (13. Jh.) diffamiert Navarrer und Basken, deren Länder die Jakobspilger durchqueren mussten, als gottlose Barbaren: sie seien anders geartet als die übrigen Völker, verderbt, treulos, ausschweifend, unredlich, streitsüchtig, sodomitisch – kurz, sie verkörperten alle Laster unziviliserter Stämme. Im späteren Mittelalter wurden als barbarisch weniger fremde Völkerschaften empfunden, als vielmehr solche Gruppen, die sich nicht den Regeln eines bürgerlichen Gemeinwesens unterwarfen, die außerhalb der “civiltas” standen. Dazu rechnete man selbstherrliche, kriegsversessene Adlige, mordgierige Söldnerbanden oder aufsässige Bauern.

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