Danzig




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Danzig (mittellat. Gedanum, Dantiscum, Daniscum; pomm. Gyddanyzc, Gyddanze, Kdanzc = feuchte Wiese; poln. Gdansk). Slaw. Burg, Siedlung und Hafen an der Mündung der Weichsel in die Ostsee. Erstmals erwähnt 997 anlässlich der Bekehrung seiner Einwohner, heidnischer Pruzzen, durch Bischof Adalbert von Prag. In der “Vita Sanct Adalberti” wird der an der alten Bernsteinstraße gelegene Ort als “urbs Gyddanyze” erstmals genannt. Im 11./12. Jh. entwickelte sich die kleine, im Schutze eines Herrensitzes gelegene Siedlung zu einem wichtigen Seehafen und zum Handelszentrum Pommerns. Die Burgherren von Gydansk, die sich seit 1234 Herzöge von Pommerellen nannten, holten Zisterzensermönche aus Kolbatz und Dominikanermönche aus Krakau ins Land. Ab Ende des 12. Jh. hatte sich am Ort eine Marktsiedlung lübischer Kaufleute entwickelt, die wahrscheinlich um 1240 lübisches Stadtrecht erhielt (beurkundet erstmals 1263). Die deutsche Handelsstadt erfuhr einen starken Bevölkerungszuwachs, der mehrmalige Erweiterungen nötig machte. Ihre Handelsbeziehungen reichten von Flandern bis Nowgorod und über Polen und das Kiewer Reich bis Konstantinopel. 1308 kam – nach dem Aussterben des Herzoggeschlechts von Pommerellen – die Stadt mit dem Land Pommerellen an den Dt. Orden. Dieser verwandelte die Herzogsresidenz in den Sitz eines Komturs und führte 1343 Kulmisches Stadtrecht ein. 1361 trat Danzig der Hanse bei. Eine 1380 vom Dt. Orden gegründete Neustadt wurde Mitte des 15. Jh. von den Bürgern der Altstadt zerstört. Danzig litt wie alle Städte des Ordenslandes unter der drückenden Abgaben- und Zollpolitik des Ordens. Um davon freizukommen, trat die Stadt 1440 dem Preußischen Bund bei, bekämpfte 1454 – 66 auf der Seite Polens und Pommerns den Dt. Orden, wurde nach dessen Niederlage als Freie Stadt unter polnischer Oberhoheit anerkannt (2. Thorner Frieden, 1466) und erhielt im sog. “Großen Privileg” des poln. Königs Kasimir IV. viele Hoheitsrechte und ein großes Landgebiet. Aufgrund einer Befreiung von Abgaben und Steuern kamen die Danziger Kaufleute und Handwerker zu großem Reichtum, der sich nicht zuletzt in prächtigen Gebäuden äußert.

Von der mittelalterliche Bausubstanz hat kaum etwas die Zerstörungen des Jahres 1945 überdauert. Seither erbringt die polnische Regierung große Leistungen bei der Rekonstruktion histor. Bauten, so z.B. des Backsteinbaus der got. Marienkirche (Baubeginn 1343 – gleichzeitig mit dem Beginn der Errichtung der Stadtmauer; dreischiffige Basilika von 105,2 m Länge und 27 m Höhe, mit ebenfalls dreischiffigem Querbau, geradem Chorschluss und mächtigem, 77,3 m hohem Westturm; in ihr fand mit 15.000 Personen fast die ganze Stadtbewohnerschaft Platz); die St.-Nikolai-Kirche (14. Jh., als Klosterkirche der Dominikaner erbaut; dreischiffige got. Backsteinhalle mit imposantem Südturm); die Georgshalle (1487 – 1494 erbautes Backsteinhaus mit reich gegliedertem Blendgiebel); Teile des Befestigungsringes mit Stockturm (um 1410), Brotbänketor (erste Hälfte 15. Jh.), Frauentor (um 1485) und Krantor (1442 – 44 im Hafen als einer der seinerzeit größten Lastenaufzüge Europas erbaut).




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