Daumen




Jetzt neu verfügbar, das umfassende Lexikon über das Mittelater, mit mehr als 3.900 Seiten und über 6.400 Einträgen. Download als eBook ist hier verfügbar.

Das Nachschlagewerk gibt einen umfangreichen Überblick über die Zeit des Mittelalters, erfahre hier mehr darüber!

Daumen (mhd. dume doume; lat. {digitus} pollex). An der radialen Seite der menschl. Hand befindlicher erster, kürzester und stärkster Finger; er ist durch seine Stellung (Opposition) deutlich von den anderen abgehoben und ermöglicht das Greifen. Außer bei der Handhabung von Waffen und Werkzeugen hatte und hat der Daumen Bedeutung in der Gebärdensprache: mit dem gegen die Faust gepressten Daumen (pollice compresso) wurde in der röm. Antike Zustimmung oder Gunst ausgedrückt, mit dem erhobenen Daumen (pollice verso) dagegen Ablehnung oder Verdammung (im heutigen Gebrauch sind die Gesten uminterpretiert); mit dem gestreckten Daumen macht der Priester das Segenszeichen des Kreuzes auf die Stirn von Gläubigen; als glücksbringend und unheilabwehrend galt im mittelalterliche Aberglauben die Geste des “Daumendrückens”, wobei man den Daumen mit den abgebogenen Fingern der gleichen Hand umschließt; der abgeschnittene und als Amulett getragene Daumen eines gehenkten Diebes (“Diebsdaumen”) sollte Glück bringen, unter der Hausschwelle vergraben bringt er dauerhaften Haussegen; das Umeinander-Drehen der beiden Daumen (“Däumchendrehen”) galt als teuflisches Zeichen des Müßiggangs; in der Volksmedizin kannte man verschiedene Gesten, um mit einer Berührung des Daumens schmerzende Körperstellen zu kurieren; wurde eine Person als dumelle lanc (lang wie ein Däumchen, Däumling) bezeichnet, so wurde auf derenäKleinwüchsigkeit angespielt; als der “eilfte dume” wurde der Penis bezeichnet; mit Daumen und Mittelfinger knipsen – ein “Schnippchen schlagen – war ein Zeichen des Spottes (zu mhd. snippen = schnappen, knipsen; lat. concrepare digitis).

Im mittelalterliche Maßsystem bezeichnete eine Spanne die Länge ses Abstands zwischen der Fingerspitze des seitlich abgepsreizten Daumens und der des Kleinen Fingers, eine Daumenelle (mhd. dumelle) maß von der Spitze des Daumens bis zum Ellenbogen (wogegen eine normale Elle von der Spitze des Mittelfingers bis zum Ellenbogen reichte).

(s. Feige, Schwurhand)




Das Lexikon,  als digitales eBook, über das Mittelalter mit 3.979 Seiten und mehr als 6.400 Einträgen, gibt einen umfassenden Überblick über die Zeit des Mittelalters. Vom Ablass, über Blutpfennig und Kernburg, bis zu Zunftordnung und Zwölf Alte Meister. Ein eBook als Nachschlagewerk, das die Aspekte der europäischen Geschichte, Gesellschaft und Kultur von 500 bis 1500 n. Chr.  abdeckt.

Das eBook jetzt für nur 6,99 EUR, inkl. MWST kaufen, sicher über unseren Partner digistore24 herunterladen

Wir setzen Cookies (eigene und von Drittanbietern) ein, um Ihnen die Nutzung unserer Webseite zu erleichtern und Ihnen Werbemitteilungen im Einklang mit Ihren Browser-Einstellungen anzuzeigen. Mit der weiteren Nutzung unserer Webseite sind Sie mit dem Einsatz der Cookies einverstanden. Weitere Informationen zu Cookies entnehmen Sie bitte unserer Datenschutzerklärung und Cookie-Richtlinie.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen