Dietrich Holzschuh




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Dietrich Holzschuh (alias Tile Kolup, von lat. calopes = Holzschuh; gest. 1285). Die nach dem Tod Kaiser Friedrichs II. umgehende Legende, der Herrscher sei nicht tot sondern habe sich vor den Nachstellungen des Papstes in Sicherheit gebracht und reise unerkannt durchs Reich, zeugt von der Sehnsucht des Volkes nach geordneten Zuständen und einer starken Zentralmacht. Diese verbreitete Stimmung machten sich Betrüger zunutze, indem sie sich als der ersehnte Kaiser ausgaben und in dieser Rolle vom einfachen Volk freudig begrüßt und mit Gaben bedacht wurden. Einer dieser Hochstapler war Dietrich Holzschuh, der 1284 in Köln auftauchte und nach anfänglichem Erfolg für irrsinnig erklärt und aus der Stadt gejagt wurde. Mehr Glück war ihm in Neuss beschieden, wo man ihm noch im gleichen Jahr als dem rechtmäßigen Kaiser Quartier und Unterhalt bot. Holzschuh richtete sich eine Kanzlei ein, spielte sich als höchster Richter auf, gewährte Privilegien und verfasste authentisch wirkende Sendschreiben an Fürsten, sogar an König Rudolf von Habsburg, den er vor die Wahl stellte, entweder seine – also Kaiser Friedrichs – Rechtmäßigkeit anzuerkennen oder aber die Krone niederzulegen. 1285 musste er von dem mit Truppen anrückenden Kölner Erzbischof aus Neuss fliehen und zog mit seinem Hofstaat nach Wetzlar, wo man ihn ehrfürchtig aufnahm. König Rudolf, dem der Spuk lästig, ja gefährlich geworden war, erzwang Dietrichs Auslieferung, erfolterte dessen Geständnis, der “Falsche Friedrich” und ein Ketzer zu sein, und ließ ihn vor den Toren der Satdt auf dem Scheiterhaufen verbrennen.

Unverständlich bleibt, wie Holzschuh, wahrscheinlich von einfacher Herkunft und wohl ohne nennenswerte Bildung, gebildete Leute als Kanzler, Kämmerer usf. in seinem “Hofstaat” an sich binden konnte. Hatte er sie – selbst in krankhafter Weise von seiner Rolle als Friedensfürst beseelt – verblenden können oder gefielen auch sie alle sich in der Rolle als Hochstapler? Oder hatten sie den Betrug durchschaut, hofften aber – als Feinde Konig Rudolfs -, diesen durch eine aufbrandende Welle einer Massensychose zu Fall zu bringen?

(s.a. Schmid, Konrad)




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