Drehbank

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Lexikon des Mittealters Zwischen Zinnen und Alltag - Das Leben auf mittelalterlichen Burgen
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Drehbank. Zum Schleifen, Polieren und Drechseln kannte man im Frühmittelalter die Drehbank, bei der die Drehung durch wechselweisen Zug an den Enden einer um das Werkstück geschlungenen Schnur erzeugt wurde. Es arbeiteten also zwei Mann zusammen, einer versetzte mit der Schnur das Werkstück in Drehung, der andere führte das jeweilige Werkzeug. Wo geringerer Kraftaufwand ausreichte – etwa beim Drehen von Rosenkranzkügelchen – bediente man sich des Fiedelbogens, dessen Sehne einmal um die Welle der Drehbank geschlungen war (Fiedeldrehbank, -stuhl).

Im 12. Jh. kam die Wippdrehbank (Fitzelbank) auf, bei welcher der Handwerker die Welle der Drehbank über ein Pedal in Bewegung setzt und dadurch beide Hände frei hat. Die Antriebschnur war straff von einem elastischen Querbaum über dem Arbeitstisch zu einem Pedal unter demselben geführt und umschlang etwa auf halber Höhe das Werkstück. Durch Niedertreten des Pedals wurde die Schnur nach unten gezogen, die Federwirkung des Wippbaums zog sie wieder in die Ausgangslage; das Werkstück wurde dabei in wechselnder Richtung gedreht. Die Wippdrehbank konnte zwar von einem Mann allein bedient werden, ein kontinuierlicher Arbeitsgang war jedoch – ebenso wie bei der Fiedeldrehbank – noch nicht möglich, da jeweils nur die auf das Werkzeug hin gerichtete Drehung genutzt werden konnte. Erst im 14. Jh. wurde das Werkstück gleichbleibend in einer Richtung in Umdrehung versetzt, indem man es durch Transmissionsriemen mit einem großen, handbetriebenen Antriebsrad verband. Es kann angenommen werden, dass diese Antriebsart vom Handspinnrad übernommen wurde. Tretkurbelantrieb und Wasserkraft fanden erst vom späten 15. Jh. an Verwendung. – Zur Arbeit an der Drehbank verwendete man Werkzeuge wie: Drechslereisen verschiedner Größe und Form (konvexe oder konkave, flache oder hohle Meißel, Schaber, Abstecheisen und Messlehren).

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