Gezeiten

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Lexikon des Mittealters Zwischen Zinnen und Alltag - Das Leben auf mittelalterlichen Burgen
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Gezeiten (mhd. gezit = festgesetzte Zeit, erst im 17. Jh. unter dem Einfluss von mnd. getide = Flutzeit im Sinne von “Ebbe und Flut” gebraucht; lat. fluctus, aestus oder accessus maris = Flut, decessus oder aestus recessus = Ebbe). Spätestens seit Beda Venerabilis (um 673 – 735) wurde die Ursache der Gezeiten in der Anziehungskraft des Mondes auf das Meer gesehen, wogegen im Volksglauben noch im Hochmittelalter die Bewegung eines Meeresungeheuers (Weltenschlange, Leviathan) dafür verantwortlich gemacht wurde. Engen, womöglich ursächlichen Zusammenhang sah Wilhelm von Conches (ca. 1080 – 1154) zwischen Gezeiten und Meeresströmungen (refluxiones). Auch Nikolaus von Oresme (um 1321 – 1382) führt in seinem naturkundlichen Werk “De causis mirabilium” die Gezeiten auf die Anziehungskraft des Mondes und auf eine Pendelbewegung des Meereswassers zurück.

Seefahrer nutzten zum einen die Strömung von Ebbe und Flut um Fahrt zu machen, zum anderen die Fluthöhe, um ihre tiefgehende Schiffe weit in die Flussläufe hinauf tragen zu lassen, wo sie ankerten, und bei ablaufender Flut trocken fielen.

In manchen Küstenländern Westeuropas entstanden vom 13. Jh. an Gezeitenmühlen (s. Energiequellen).

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