Godehard

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Lexikon des Mittealters Zwischen Zinnen und Alltag - Das Leben auf mittelalterlichen Burgen
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Godehard (Gotahard, Gotthard) von Hildesheim (960 – 1038, hl.). Geboren im niederbayr. Reichersdorf aus einem Dienstmannengeschlecht, trat 990 in das Benediktinerstift Niederaltaich ein, wo er sich gründliche Kenntnisse in Schreibkunst, Buchmalerei und Architektur aneignete. Nach Rückstufung des Kanonikerstifts zum Kloster im Sinne der Gorzer Reform wurde Godehard Mönch, bald danach Prior und Schulleiter. 993 erhielt er die Priesterweihe, 996 wurde er zum Abt von Niederaltaich gewählt. Sein besonderer Eifer in dieser Stellung galt der Missionierung der Wenden, Böhmen, Mähren, Ungarn und Südslawen, daneben der Verbesserung der landwirtschaftlichen Arbeitsweisen. Er wurde als Abt zur Reformierung der Klöster Tegernsee (1001) und Hersfeld (1005) berufen. Kaiser Heinrich II. holte den für seine Frömmigkeit und seinen Reformeifer weitbekannten Mann an seinen Hof und betraute ihn mit der Reformierung dt. Klöster und mit der Verbesserung des Schulwesens. 1022 wurde er von Erzbischof Aribo von Mainz in der Pfalzkapelle zu Grona zum Bischof geweiht und in die Diözese Hildesheim eingesetzt. Dortselbst und in anderen Städten (Goslar, Braunschweig, Adenstedt) baute er viele Kirchen, vollendete und weihte das von Bernward begonnene Kloster St. Michael und förderte die Bernwardinischen Schulen, besonders die für Schreib- und Malkunst. Der St. Gotthards-Pass in der Schweiz soll nach einer dort gelegenen Klause Godehards benannt sein.

Godehard wurde im Dom zu Hildesheim beigesetzt und 1131 von Innozenz II. heiliggesprochen. Die kultische Verehrung des hl. Godehard erstreckte sich von Bayern und Niedersachsen bis in die österreichischen und ostdeutschen Siedlungsgebiete. Sein Heiligenattribut ist – seiner Leistungen als Bauherr wegen – ein Kirchenmodell.

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