Igel




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Igel (mhd. igel; lat. erinaceus; zoolog. Erinaceus europaeus, Braunbrustigel). Kleiner nachtaktiver, Winterschlaf haltender Säuger mit stachelbesetztem Rücken und Flanken, behaart an Bauch und Gliedmaßen. Bei Gefahr rollt er sich fauchend zu einer Stachelkugel zusammen. Er lebt einzelgängerisch und ernährt sich von Insekten, Käferlarven, Würmern, Schnecken, Fröschen, Kröten, Schlangen und ähnlichen Kleinlebewesen, nur bei großem Hunger von pflanzlicher Kost. Der Physiologus sagt – weit von der Wirklichkeit entfernt -, dass er Schaden im Weinberg anrichte, indem er auf die Rebstöcke klettere, die Trauben pflücke und zu Boden werfe, sich anschließend rücklings auf dem Boden wälze und die dabei auf die Stacheln gespießten Beeren zu seinem Bau trage. Da der Weinberg für den Garten des Herrn, für den Ort des Glaubens stand, wurde der schadenstiftende Igel mit dem Teufel gleichgesetzt. – Konrad v. Megenberg gibt an, dass sich das Igelweibchen beim Geschlechtsverkehr auf den Rücken lege, das sei “gemachsamer”.

Plinius empfahl Igelgalle als Mittel gegen Augen- und Ohrenkrankheiten sowie zur Entfernung unerwünschter Behaarung.

In der Volksmedizin fanden Körperteile des Igels Verwendung. Megenberg beruft sich auf Plinius, wenn er schreibt: “Der asch der geprant wird von ainem igel und gemischt mit zerlazen pech oder harz, bringet ir har wider auf dem haupt”. Zum Abtreiben von Nieren- und Blasensteinen schluckte man einen Trank aus Wasser und getrocknetem Igelblut, Igelfett rieb man auf gichtkranke Glieder und Igelfleisch aß man zur Stärkung des Magens.

Der Igel wird in Märchen und Fabeln als pfiffige, drollig-sympatische Figur dargestellt. Hartnäckig haben sich aber auch die üblen Nachreden gehalten, Igel saugten Milch aus den Kuheutern und schlürften Hühner- und Taubeneier aus. Als Mäusejäger wurde der Igel gerne in menschlicher Nähe geduldet.

Das Wort Igel stand auch synonym für lanzenstarrende Landsknechtsrotten sowie für Belagerungsinstrumente mit einem Schutzdach.




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