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Lanfrank von Bec (Lanfrancus, um 1010-89). In Pavia geboren, studierte Rechtswissenschaften in Bologna, danach als Rechtslehrer in seiner Heimatstadt tätig, ab 1035 Student der Theologie in Dijon. 1042 trat er ins Kloster Bec (Normandie) ein, wo er 1045 zum Prior und Leiter der Klosterschule bestellt wurde. Unter seiner Leitung wurde Bec zu einem der führenden Zentren abendländischer Gelehrsamkeit („magnum et famosum litteraturae gymnasium“). Wohl sein berühmtester Schüler war Anselm von Canterbury. 1063 wurde Lanfrank als Abt nach Caen berufen, von wo er mit Wilhelm d. Eroberer nach England übersetzte. 1070 wurde Lanfrank zum Erzbischof von Canterbury ernannt und mit der Neuorganisation der engl. Kirche betraut.
Lanfrank wandte sich gegen den Missbrauch der Dialektik, welchen er Berengar von Tours in seiner Streitschrift „De corpore et sanguine domini“ zum Vorwurf machte, nicht gegen die Dialektik selbst (non artem disputandi vituperat, sed perversum disputantium usum) und gegen die Ausschaltung der Glaubensautoritäten als entscheidener Instanz. Die Dialektit steht nach seiner Meinung den Geheimnissen Gottes keineswegs feindlich gegenüber (wie Petrus Damiani, Otloh von St. Emmeram und Manegold von Lautenbach annahmen), sie dient vielmehr bei richtiger Anwendung zur Bestätigung derselben.
Im Abendmahlsstreit vertrat er kompromisslos den Standpunkt, dass bei der Wandlung das Brot zum wahrhaften Leib Christi würde; dies sei ein Glaubenssatz und brauche rational nicht erörtert zu werden.
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