Roland




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Roland (Rolandssäule). In vielen Städten der norddt. Landschaften zwischen Weser und Oder, im nördl. Mitteldeutschland, vereinzelt auch im ostdt. Siedlungsgebiet, in Böhmen, Kroatien und in Siebenbürgen, wurden vom Ende des 12. Jh. an auf den Markt- oder Stadtplätzen steinerne bzw. hölzerne Bildsäulen aufgestellt, die als Rolandssäulen oder Roland bezeichnet wurden. Dargestellt war meist ein aufrechtstehender barhäuptiger Mann, gerüstet oder in Mantelumhang, mit einem erhobenen blanken Schwert (dem Richtschwert) in Händen. Wahrscheinlich verkörperte der Roland einen Sendboten Kaiser Karls d. Gr., der den Kaufmannssiedlungen Privilegien und Freiheiten verkündete. Als städt. Symbolfigur – möglicherweise in Nachfolge des Marktkreuzes – stand der Roland daher für Königsfrieden, Marktrecht, Gerichtsbarkeit und Stadtfreiheit und als bürgerliches Gegensymbol der kirchlichen Macht.

Beispiele:

Bad Branstedt (2. Hälfte des 15. Jh., im 17. Jh. ersetzt)

Brandenburg/Havel (vor dem Altstädter Rathaus; 1381, 1474 ersetzt; Sandstein, über 5 m hoch)

Bremen (ein 5,5 m hoher steinerner Roland vor dem Rathaus von 1412, Nachfolger eines hölzernen Standbilds)

Dubrovnik (um 1396, 1419 ersetzt)

Halberstadt (Sandstein, 1433 erneuert. Älteste als Original erhaltene Rolandsstatue Deutschlands)

Haldensleben (1418 errichtet, 1528 ersetzt)

Halle/Saale, (um 1250; ursprüngich aus Holz und farbig gefasst; heute durch eine Sandsteinfigur von 1854 ersetzt)

Leitmeritz (heute Tschechien; 1350, heute im Museum)

Magdeburg (1419, 1631 zerstört, 2005 neu errichtet)

Neustadt/Harz (wahrscheinlich 1376, 1730 nach Zerstörung wiedererrichtet)

Nordhausen (Thüringen). Im Rathaus ist eine hölzerne Rolandsfigur von 1375 zu sehen; der außen am Rathaus aufgestellte Roland ist eine Kopie davon aus Gips

Perleberg (1498, 1546 ersetzt)

Prag (2. Hälfte des 14. Jh., im 30-jährigen Krieg zerstört, 1884 neu geschaffen)

Quedlinburg (1426)

Riga (1412, heute im Museum)

Wedel (ca. 1415)

Zerbst (1445)




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