Ruodlieb




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Ruodlieb heißt, nach seinem Helden, ein nur fragmentarisch erhaltenes mlat. Epos in ursprünglich 3850 leoninischen Hexametern, das um 1060 von einem Mönch des Klosters Tegernsee geschrieben wurde. Der Ruodlieb ist der erste fiktionale Roman des Mittelalter überhaupt, 100 Jahre älter als die ersten schriftlichen Chansons de geste. Folgend in groben Zügen die Handlung: Der schuldlos aus seiner Heimat vertriebene edle Held muss sich zehn Jahre lang in der Fremde als Jäger, Feldherr und Diplomat im Dienste eines Königs bewähren. Er löst seine Aufgaben vorbildlich und führt ein sittsames Leben ganz im Sinne der christl. Ideologie. Als Lohn empfängt er zwölf Weisheitslehren und einen in einem Brot versteckten Schatz. Nach der Zeit der Prüfungen wird er ehrenvoll in die Heimat zurückgerufen, mit einem bedeutenden Lehen ausgestattet und entdeckt den Schatz von Gold und Juwelen, der im Brot versteckt war. Er gewinnt seinem Neffen eine Königstochter als Frau und geht selbst auf Brautschau. Mit Beginn der Schlussphase – Ruodlieb als König – bricht der Roman ab.

Für die hochmittelalterliche höfische Versepik hatte der Ruodlieb Vorbildfunktion, für uns Heutige liefert er ein anschauliches Bild damaligen Lebens. Einige der Verhaltensregeln, die an adelige Zöglinge des Klosters gerichtet waren, lauten (in der Übersetzung von Karl Langosch):

Triffst du mal einen alten Mann mit einem jungen Weibe an

So lass es stets auf Reisen sein und kehre nicht bei ihnen ein!

Doch triffst du einen jungen Mann mit einer alten Witwe an

So kehre ein, denn er kennt hier nicht Angst, und sie giert nicht nach dir.

Bei einem Freunde mache bloß nie deine Liebe derart groß,

Dass du dich oft zu ihm gesellst und als sein Gast ihm lästig fällst.

Lass nicht vom Jähzorn dich befallen, ihn nie so heftig in dir wallen,

Dass du es nimmer willst beschlafen und nicht verschieben willst zu strafen.

Im folgenden Textbeispiel, einem mlat. Liebesgruß, sind mhd. Wörter eingestreut, findet sich gleichsam eine Vorahnung des dt. Minnesangs:

Dic illi nunc de me corde fideli

Tandundem liebes, veniat quantum modo loubes,

Et volucrum wunna quot sint, tot dic sibi minna,

Graminis et florum quantum sit, dic et honorum.

(Sag ihm von mir aus treuem Herzen

des Lieben so viel, wie das Laub am Baum,

der Liebe so viel, wie der Jubel der Vögel,

der Ehren so viel, wie Gräser und Blumen sprießen.)




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