Tilemann Elhen von Wolfhagen

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Lexikon des Mittealters Zwischen Zinnen und Alltag - Das Leben auf mittelalterlichen Burgen
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Tilemann Elhen von Wolfhagen (1347/48 – nach 1402). Aus Wolfhagen bei Kassel geboren, wahrscheinlich in Mainz als Theologe ausgebildet, jedoch nicht zum Priester geweiht, seit 1370 in Limburg bezeugt, wo er ein Haus besaß und als Notar und Ratsschreiber dem Rat als einziger Akademiker angehörte. Durch Heirat war er den vornehmsten Kreisen der Stadt anverwandt.

1377 begann er mit seinen chronikalischen Aufzeichnungen zur Limburger Stadtgeschichte, rückblickend ab 1336 und bis fortlaufend bis 1400. Die locker annalistisch gehaltenen Aufzeichnungen in mhd. Prosa reichert er mit Notizen über zeitgenössische Literatur, Musik, Mode, Kampfausrüstung, Sitten und Gebräuche an. Er schildert detailliert die Geißlerfahrten von 1349 und äußert sich in regelmäßigen Abständen zu Veränderungen bei alltäglichen Dingen wie aktuellen Anekdoten, populären Liebesliedern oder Kleidermoden. Von seiner Frömmigkeit zeugen kritische Bemerkungen zu unchristlichen Verhaltensweisen seiner Zeitgenossen. – Die Limburger Chronik gilt als herausragendes kulturgeschichtliches Dokument.

Zwischen 1402 und 1406 ist Tilemann in Limburg an der Lahn gestorben.

Die Originalhandschrift der Chronik ist nur in einem Exemplar fragmentarisch erhalten, daneben sind zehn Abschriften überliefert. Früheste Drucklegung erfolgte im 16. Jh.

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