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| Lexikon des Mittealters | Dubai Schokolade, das einzigartige Malbuch | Zwischen Zinnen und Alltag - Das Leben auf mittelalterlichen Burgen |
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Waid (mhd. gaisdo, waisdo, weyt, weitkrut; bot. Isatis tinctoria). Eine etwa 1 m hohe, zweijährige, ursprünglich wild wachsende Staude, deren Blätter in der Textilfärberei für die wichtigsten Farben der Zeit, Blau und Schwarz, benutzt wurden. Im September oder März gesät, ergaben sich schon im ersten Jahr zwei oder drei taugliche Ernten (im Frühsommer und Frühherbst). Zur Samengewinnung ließ man einen Teil der Waidstöcke überwintern und erntete im August die reifen Schoten. Das getrocknete Saatgut bleibt 3 – 4 Jahre keimfähig. Karl d. Gr. hatte in seiner Landgüterverordnung den Anbau von Färberwaid befohlen. Die Pflanze wurde im Mittelalter als Farbkraut derart beherrschend, dass „weit“ synonym für „Farbe“ gebraucht wurde. In Deutschland wurde Waid besonders im Elsaß und in Thüringen angebaut, am intensivsten aber im Erfurter Raum (zwischen Erfurt, Langensalza, Gotha, Arnstadt und Weimar). 1424 ist Waidanbau für Jülich und Konstanz belegt. Waid war ein gewinnträchtiges Handelsgut. Die Blätter wurden nach dem Trocknen oder nachdem sie in der Waidmühle zermahlen und danach vergoren worden waren in Fässern abgepackt und ins In- und Ausland (besonders nach den Niederlanden und nach England) versandt.
Die Waidblätter enthalten die farblose Verbindung Indican, aus der durch Gärung das – ebenfalls farblose – Zwischenprodukt Indoxyl entsteht. Der blaue Farbstoff Indigo entwickelt sich erst, nachdem das Färbegut aus der Küpe genommen und an der Leine dem Luftsauerstoff ausgesetzt worden ist. Durch Überfärben eines mit Waid gebläuten Grundes mit dem gelben Färberwau erhielt man Grün, das durch Zusatz von Krapp abgedunkelt werden konnte.
Im „Macer floridus“ zur medizin. Verwendung des Gaisdo: „Bereitet man aus den gestampften Blättern ein Pflaster, schließt und heilt es selbst die größten Wunden und bringt ihre Blutung zum Stehen, ferner verdrängt es sämtliche Geschwülste; und stampfst du es mit Honig, so reinigt es eiternde Wunden. Mit Eiweiß verquickt und aufgetragen, verschönt es Male auf der Haut und hilft dem heiligen Feuer (sc. Antoniusfeuer) ab“.
(s. Farbenherstellung, Textilfarben, Waidmühlen)
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