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Wöchnerin (mhd. kindel-betterinne; lat. puerpera). Im christlichen Glauben und im Volksglauben galt die Wöchnerin während der 40 Tage oder 6 Wochen bis zur Aussegnung (benedictio post partum) als unrein, unheilstiftend und als von der Christengemeinde abgeschieden. Während dieser Zeit hatte sie der Kirche fernzubleiben, war sie besonders anfällig gegenüber dem Teufel und seinen Dämonen. Ehelicher Umgang war ihr nach der Geburt eines Jungen für 40 Tage, nach der eines Mädchens für 80 Tage untersagt. Der Gang zur Aussegnung (Benedictio mulieris post partum) sollte daher möglichst der erste Ausgang nach der Geburt sein und nur in Gesellschaft unternommen werden. Er wurde in Begleitung der ganzen Sippe und Nachbarschaft und unter ausgelassener Fröhlichkeit begangen. Durch die Zeremonie der Aussegnung – quasi einer Wiedertaufe – reinigte der Priester die Frau von der sündenbehafteten Geburt und nahm sie wieder in die Gemeinschaft der Christen auf. Der Ritus wurde nach der Geburt eines Knaben einen Monat, bei der eines Mädchens zwei Monate später vollzogen.
Dem Schutz der Wöchnerin galten vielerlei Mittel und (z.B. Amulette, Salben, Kräuter), Privilegien (z.B. die Erlaubnis, je nach Wunsch Obst oder Trauben zu schneiden), Bräuche (Kindbettschenke, Kindbettsuppe etc.) und Rechtsmittel (so war der Mann vom Gefolgschaftsdienst befreit oder musste nur so weit Heerfolge leisten, dass er zur Nacht wieder daheim sein konnte).
Im Kindbett, also im Zustand der Unreinheit gestorbene Wöchnerinnen galten als potentielle Wiedergängerinnen und wurden – Bußbüchern des 10./11. Jh. zufolge – im Grabe gepfählt, vom Pfarrer wie ein Dämon gebannt oder durch gewisse Gaben und durch besonders aufmerksame Pflege ihres Kindes zufrieden gestellt und so vom Wiedergang abgebracht. Trotz der Annahme, dass eine Wöchnerin bis zur Aussegnung unrein sei, bestand mancherorts der Glaube, dass der Himmel für sie drei under neun Tage offen stünde; in diese Frist dürften die meisten Todesfälle durch Kindbettfieber gefallen sein und die Frauen gelangten wegen ihrer Verdienste um das werdende Leben direkt ins Himmelreich.
(s. Kindbettfieber)
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