Investiturstreit




Bezeichnung für den Konflikt zwischen ReformPapsttum und englischem, französischem und deutschem Königtum in der 2. Hälfte des 11. Jh. um die Einsetzung der Bischöfe und Äbte in ihre Ämter;
er wurde zur grundsätzlichen Auseinandersetzung um das Verhältnis von weltlicher und geistlicher Gewalt. Besonders im Hl. Röm. Reich hatten die Könige auf der Basis des Eigenkirchenrechts mit dem Reichskirchensystem ein Herrschafts- und Verwaltungsinstrument geschaffen, bei dem die kirchlichen Amtsträger ein Gegengewicht zu den Eigeninteressen der Stammesgewalten bilden konnten. In der kirchlichen Reformbewegung gewann eine Richtung die Führung, die nicht nur die Vergabe von kirchlichen Ämtern gegen Geld als Simonie ansah, sondern die die gleichfalls als simonistisch verurteilte Investitur durch Laien erstmals auch auf den König bezog. Der nun ausbrechende offene Machtkampf zwischen Papsttum und Königtum (Canossa 1077) konnte durch einen Kompromiss beigelegt werden. Der König verzichtete auf die Investitur mit Ring und Stab, belehnte den Gewählten aber mit dem Kirchenbesitz. Diese Übereinkunft wurde 1104 vom französischen, 1107 vom englischen König akzeptiert und bildete auch die Grundlage des Wormser Konkordats (1122). Zwar war am Ende des I. die Stellung des Königs äußerlich kaum beeinträchtigt, doch existierte das Reichskirchensystem nicht mehr. Das vorrangige Interesse der Bischöfe und Äbte als Reichsvasallen galt dem Auf- und Ausbau eigener Territorien.

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