Leder

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Lexikon des Mittealters Dubai Schokolade, das einzigartige Malbuch Zwischen Zinnen und Alltag - Das Leben auf mittelalterlichen Burgen
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Leder (mhd. leder, ahd. ledar; lat. corium. Gegenüber Fäulnis haltbar gemachte, enthaarte Körperhüllen von Tieren; je nach Herkunft bezeichnet als Haut [von Großtieren wie Rindern, Pferden, Eseln], Fell [von Jung- oder Kleintieren wie Kälbern, Schafen, Ziegen, Lämmern] oder Balg [von Hasen, Kaninchen, Füchsen, Hunden, Katzen]). Leder ist der älteste Bekleidungsstoff und wurde im Mittelalter als solcher weithin genutzt, so zu Arbeitsschürzen, Mänteln, Schuhen und Handschuhen, zur Verstärkung stark beanspruchter Kleidungsteile (Hosenboden, Ellenbogen, Knie). Außerdem verarbeitete man Leder zu einer Vielzahl der unterschiedlichsten Produkte: zu Pergament und Bucheinbänden, zu Gürteln, Riemen, Futteralen, Taschen und Beuteln, zu Überzügen von Waffenschilden, zu Sätteln und Kummeten, zu Truhen, Eimern, Bechern, Tapeten, zu Blasebälgen, Sackpfeifen und Bespannungen von Percussionsinstrumenten (Trommelfell), zum Bezug von Polstersitzen, zu Beschlagteilen an Rüstungen, Wagen, Werkzeugen, zu scharnierartigen Verbindungsstücken an Kastendeckeln usf.

Zur Lederherstellung wurden die Häute von Rindern, Pferden, Kälbern, Schweinen, Schafen, Ziegen, Hunden und verschiedener Wildarten hergenommen. Zur Dekoration wurden in nasses Leder Ornamente und Reliefs eingeschlagen oder eingepresst; beim Trocknen hinterblieb ein erhabenes Muster („Kaltdruck“). Vom 14. Jh. an kamen Verzierungen durch Lederschnitt und bunte Bemalung auf. Bedeutendstes hochmittelalterliche Zentrum der lederverarbeitenden Gewerbe in Deutschland war Köln, von wo Lederwaren durch den Fernhandel weithin vertrieben wurden.

Als Besonderheit sei das „gesottene Leder“ (frz. cuir bouilli) genannt, das im 13. Jh. bei der Suche nach leichteren Materialien besonders für Turnierrüstungen entwickelt wurde. Gekochtes – „gesottenes“ – Leder wurde in die gewünschte Form gepresst, in einem heißen Wachsbad gehärtet und getrocknet. Danach war es hart genug, um Lanzenstößen und Schwerthieben standzuhalten oder sie abgleiten zu lassen, und leicht genug, um bei Kampf und Sport weniger hinderlich als Metallrüstungen zu sein. Aus gesottenem Leder bestanden Rumpfschalen (Kürass), Arm- und Beinschienen, Helme, Schilde, Helmzierden sowie Rossharnisch und -stirn.

Im Aberglauben des Mittelalter spielte Leder eine Rolle als Zaubermittel zur Verwandlung in Tiere und als Heilmittel gegen manche Krankheiten. So ließ ein Gürtel aus Wolfsfell seinen Träger zum Werwolf werden, und das Umgürten mit einem Hautstreifen, der einem lebenden Hirschen vom Leib geschnitten war, galt als Mittel gegen Fallsucht.

(s. Arschleder, Beizen, Beutler, Buchbinderei, Gerben, Gerber, Gürtler, Handschuhmacher, korduwan, Kutsche, Pergament, Riemer, Sattler, Schuster)

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