Nonnenliteratur

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Lexikon des Mittealters Leben im Schatten der Zinnen: Burgen des Mittelalters und ihr Alltag
Erkunde das Mittelalter: Über 3.979 Seiten und mehr als 6.400 Einträge bieten dir einen tiefen Einblick in diese Ära. Vom Ablass bis zur Zunftordnung - dieses eBook ist dein Guide durch die Geschichte, Gesellschaft und Kultur Europas von 500 bis 1500 n. Chr. Entdecke in „Leben im Schatten der Zinnen“ auf 122 Seiten die mittelalterliche Burgenwelt: Architektur, Alltag und ihre Rolle im Mittelalter kompakt erklärt.

Nonnenliteratur. Zahlreiche Nonnen betätigten sich schriftstellerisch, wissenschaftlich und künstlerisch. Sie hatten – im Gegensatz zu ihren Geschlechtsgenossinnen außerhalb der Klostermauern – dazu die entsprechenden Bildungs- und Betätigungsmöglichkeiten. (Im Frühmittelalter war den Nonnen auch das Programm der Freien Künste vermittelt worden. Vorher und danach hielt man die Kenntnis von Lesen, Schreiben und Singen für ausreichend.) Die erste nachweisbare Dichterin auf deutschem Boden war Hroswith von Gandersheim (um 935 – um 975). Von ihr stammen Verslegenden und historische Gedichte. Die Klausnerin Ava war die erste Dichterin mhd. Sprache. Von ihr sind Werke mhd. Frömmigkeitsdichtung erhalten. Hildegard von Bingen (1098 – 1179) hinterließ ein umfangreiches religiöses und naturkundliches Werk (“Scivias”, “Causae et curae”, “Physica”), viele geistl. Lieder und Traktate. Gertrud die Große (1256 – 1302) schrieb in “Bote der göttlichen Frömmigkeit” ihre Visionserfahrungen (Brautmystik) nieder und verfasste eine Gebetssammlung unter dem Titel “Die geistige Übung”. Mechthild von Magdeburg (ca. 1210 – 82) zählt zu den großen Dichterinnen mittelalterliche Mystik. Sie geht in ihrem “Fließenden Licht” in der Beschreibung der Beziehung einer liebenden Seele zu Jesus bis in eindeutig erotische Bereiche. Mechthild von Hackeborn (ca. 1241 – 99) steht in leidenschaftlicher Minne zu Jesus und empfängt viele Offenbarungen, von denen im “Liber specialis gratiae” berichtet wird. Im 14./15. Jh. entstanden in vielen Nonnenklöstern Gebets- und Andachtsbücher, so das der Katharina Rutzin (ca. 1400) und das der Margret Zschampi (ca. 1460).

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