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Olmütz (tschech. Olomouc). Nordmährische Stadt an der Mittleren March (Morava). Auf dem Fürstenberg über dem rechten Flussufer hat schon im 8. Jh. eine slaw. Burgstelle gelegen, die im 10. Jh. von den Premysliden übernommen wurde. Am Fuße des Burgbergs wuchs eine Siedlung, deren Name erstmals 1055 als Olmuts beurkundet ist. 1063 wurde Olmütz zum Bistum erhoben, dem ganz Mähren und Sudetenschlesien zugehörten. Bischof Heinrich Zdik (1126 – 50) rief den Prämonstratenserorden zur Kolonisierung nach Mähren. Unter Bischof Bruno von Schaumburg (1246 – 81) wurden deutsche Siedler, Handwerker und Kaufleute ins Land und besonders nach Olmütz geholt, das nach deutschem Recht zur Stadt erhoben wurde. Unter den Zuzüglern erwuchs weiter südwestlich des Fürstenberges ein neues Stadtzentrum mit Stapelhof und Marktplätzen. Auf dem Burgberg entstanden der Wenzelsdom und weitere kirchliche Bauten. Als Hochburg des Katholizismus („Mährisches Salzburg“) stand Olmütz im Hussitenkrieg auf kaiserlicher Seite. (Als im 17. Jh. schwedische Truppen die Stadt besetzt hielten, wurde der Regierungssitz nach Brünn verlegt, Olmütz verlor an Bedeutung.)
An mittelalterliche Bauten sind zu nennen: der Wenzelsdom (1107 – 31 als roman. Basilika erbaut, im 13. – 16. Jh. gotisch erweitert; Kreuzgang aus dem 13. Jh.); die Stadtkirche St. Mauritius (1412 – 83; dreischiffige got. Halle mit zinnenbekröntem Turm); das got. Rathaus auf dem Hauptplatz (hervorgegangen im 14. Jh. aus einem Kauf- und Stapelhof; der 70 m hohe Turm entstand nach 1378; astronomische Uhr von 1420/22). (Unter den Habsburgern wurde im 18. Jh. das Stadtbild von barocken Bauten geprägt.)
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