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Stab (mhd. mhd. stap, staf). Stockähnlicher Gegenstand, stilisierter Zweig oder Weltbaum, hier i.S.v. Symbol der Herrschermacht und der Amtswürde, auch der Zauberkraft oder einer Ehrenstrafe. Im Mittelalter bekannte und in der bildenden Kunst belegte Formen waren:
Herrscherstab (lat. sceptrum; mhd. zepter, cepter). Das seiner Bedeutung entsprechend kostbar gestaltete Zepter war eines der Herrscherinsignien des Kaisers , von Königen und von Fürsten; es wird in mittelalterliche Darstellungen auch Gottvater oder dem Christkönig beigegeben. (Reichszepter s. Insignien). Der Vorstellung von einer verkehrten Welt entsprach das Narrenzepter des Spätmittelalter (s. Hofnarr).
Vom Zepter abgeleitet waren stabförmige Amtszeichen wie der Richterstab (s. Rechtssymbolik), der Herolds- und der Botenstab. Auch himmlische Boten – etwa der Erzengel Gabriel als Verkündigungsengel – waren durch den Botenstab ausgewiesen, ebenso Johannes der Täufer, als Ankünder und Vorbote Christi.
Der Krummstab (mhd. krumber stap; Bischofsstab; lat. virga pastoris, pedum curvum), Symbol des geistlichen Hirtenamtes, gehört zu den Amtszeichen hoher Geistlicher. Er ist etwa schulterhoch und endet unten in einer Eisenspitze (um „die Trägen anzustacheln“), und oben in einer künstlerisch gestalteten Krümme (Kurvatur), zumeist aus Elfenbein oder Edelmetall (um „die Verirrten zu sammeln“). Er stellt eine Nachbildung des Hirtenstabes dar, des charakteristischen „Werkzeugs“ der Schafhirten, die ihn als Wanderstab, als Stütze, als Wehr gegen Raubzeug und – mittels des Fanghakens am oberen Ende – zum schonenden Fangen von Lämmern und Schafen benutzten. – Der Kreuzstab, ein schlankes, in einem Kreuz endigendes Zepter, findet sich in Darstellungen des auferstandenen oder thronenden Christus; er ist auch Zeichen der päpstlichen Würde. (Kreuzstab oder Jakobsstab hieß auch ein Gerät zur Winkelmessung.)
Eine besondere Form des Wanderstabs war der Pilgerstab. War der erstere ein einfacher, knorriger Ast, beim hl. Chrostophoros übergroß dargestellt und als Lebensbaum zu deuten, so erscheint der Pilgerstab als sorgfältig geglätteter Langstab, mit eiserner Spitze, rundem Knauf und angehängter Kalebasse (s. Pilgertracht).
Hochschullehrer, Kantoren und Ärzte treten mit einem Deutestab auf, mit dem sie bei Demonstrationen, Gesangsübungen oder Ordinationen auf kranke Körperstellen oder anatomische Präparate, auf Liednoten oder auf pharmazeutische Spezialitäten in der Apotheke hinweisen.
Am schändlichen Lasterstecken, einem geschälten Holzstab, musste einer gehen, dem die Landesverweisung gnadenhalber erlassen worden war.
Auf den Bettelstab stützte sich der almosenheischende Bettler und verwies so auf seine Hinfälligkeit und die daraus resultierende Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit.
Der Zauberstab (virgula magica) war ein unverzichtbares Requisit, um – wie schon Moses, der mit einem Stab Wasser aus dem Felsen schlug, – kontaktmagische Werke zu vollführen.
Einem okkulten Umfeld ist wohl auch die Wünschelrute (virgula divinatoria) zuzuweisen.
Abschließend sei an das wohl einmalige Petri-Stab-Reliquiar erinnert, der Legende nach der wundertätige Stab des Apostelfürsten, den dieser selbst den Trierer Bischöfen Valerius und Eucharius als Zeichen ihrer unmittelbaren apostolischen Sukzession verliehen hat. Stab und Knauf des Petersstabes wurden durch Bischof Egbert (950 – 993) mit reliefiertem Goldblech beschlagen bzw. mit Edelsteinen besetzt.
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