Bergbau-Vokabular




Jetzt neu verfügbar, das umfassende Lexikon über das Mittelater, mit mehr als 3.900 Seiten und über 6.400 Einträgen. Download als eBook ist hier verfügbar.

Das Nachschlagewerk gibt einen umfangreichen Überblick über die Zeit des Mittelalters, erfahre hier mehr darüber!

Bergbau-Vokabular. Im Spätmittelalter hat sich ein reichhaltiger frnhd. Bergbauwortschatz herausgebildet. Dieser hat durch die ins Ausland angeworbenen deutschen Bergbauspezialisten europaweit Verbreitung gefunden. So finden sich z.B. in einem sardischen Bergrecht von 1326 ins Italienische übernommene deutsche Fachbegriffe wie z.B. guindus (von Wind), sciomfa (von Sumpf) oder scittum (für Geschüttetes). Obwohl schon in einer Goslarer Urkunde des 12. Jh. zwischen montani (Bergleuten) und silvani (Hüttenleuten) unterschieden worden war, galten viele Termini des Bergbau- und des Hüttenwesens bis in die Frühe Neuzeit für beide Bereiche, waren doch Bergleute auch an der Verhüttung der Erze beteiligt.

In Folgendem einige geläufige Fachwörter aus dem frnhd. Wortschatz der Bergleute:

reich, arm oder unfruchtbar bezeichnen die Erzhaltigkeit von Gesteinen;

lint, mittelmaezic, vest, vester, allervest sind Bezeichnungen für die Festigkeit (Härte) des Gesteins in einem Gang, wobei lint für weich und allervest für äußerst hart steht;

luck und faul bezeichnen eine mürbe, brüchige, instabile Konsisitenz;

gruobe bezeichnet einen unterirdisch ausgehauenen Ort zum Erzabbau (golt-, silber-,

erze-, isengruobe usf.);

Schacht (schaht) wird ein senkrechter oder schräger Verbindungsgang zwischen der Erdoberfläche und dem unterirdischen Abbauort (Stollen) genannt; nach der Neigung unterschied man flache und seiger (senkrechte) schächt, nach der Funktion wazzer- oder wintschächt, je nachdem ob sie Wasser ab- oder Frischluft zuführen;

stolle (Stollen) ist eine längliche im Berg ausgehauene Grube, horizontal oder leicht geneigt, zweimal höher als breit, “groß genug, das die arbeiter … durch sie faren vnd jre last auß füren mögen”;

Unter gezähe, gezeuge (frnhd., v. mhd. gezouwe, gezawe = Gerät, Werkzeug) oder hauwer zeug verstand man das bergmännische Werkzeug, bestehend im Wesentlichen aus verschiedenen isen, bergk-isen (Brecheisen, -stange, Meißel, Keil) und slage oder feustell (Schlägel, Fäustel) unterschiedlicher Größe, Kratzen (kratze), Hauen (houwe, hawe, haue) und Schaufeln (schuvel); weiterhin in Gefäßen zum Befördern von Erz, Abraum oder Grubenwasser, wie Trögen (trög, ertztrög, bergktrög; lange, muldenförmige oben offene Behälter), Körben (korp, leichterer Förderkorb aus Flechtwerk), Säcken und Bulgen (sac, bulge, bulgesac, aus Leder gemachte Schöpfer), Kannen (kannel, kandel, kanne, wazzerkanne; krugartiges Gefäß mit Ausgussröhre), Eimern (einber, eimber, eimer, pfutz eimer, hölzernes Schöpfgefäß), Wannen (wanne), Zubern (zuober, zuber, wazzerzuber = zweihenkeliges Gefäß), Kübeln (kübel, größeres, oben weiteres Holz- oder Metallgefäß mit Henkel), Tonnen (donne, großes, mit Eisenbändern beschlagenes Holzfass) sowie in technischen Maschinen (künste) und Fahrten (fart, zu varn, varen = von einem Ort zum anderen bewegen; Steighilfen, bis zum Beginn der Neuzeit bestehend aus fest an der Schachtwand installierten senkrechten Leitergängen mit kleinen Zwischenbühnen zum Ausweichen oder zur Rast.)

Der Beförderung von festem Material im Stollen und über Tage dienten einrädrige Laufkarren (laufkarrn; s. Schubkarren), untertags auch vierrädrige, z.T. schienengeführte Transportwagen (hundt, s. Hunt).

(s. Bergbau, Bergleute, Erbstollen, Kehrrad, Markscheidekunst, Wasserkünste, Wetterkünste s. Bewetterung, Schachtfahrung)




Das Lexikon,  als digitales eBook, über das Mittelalter mit 3.979 Seiten und mehr als 6.400 Einträgen, gibt einen umfassenden Überblick über die Zeit des Mittelalters. Vom Ablass, über Blutpfennig und Kernburg, bis zu Zunftordnung und Zwölf Alte Meister. Ein eBook als Nachschlagewerk, das die Aspekte der europäischen Geschichte, Gesellschaft und Kultur von 500 bis 1500 n. Chr.  abdeckt.

Das eBook jetzt für nur 6,99 EUR, inkl. MWST kaufen, sicher über unseren Partner digistore24 herunterladen

Wir setzen Cookies (eigene und von Drittanbietern) ein, um Ihnen die Nutzung unserer Webseite zu erleichtern und Ihnen Werbemitteilungen im Einklang mit Ihren Browser-Einstellungen anzuzeigen. Mit der weiteren Nutzung unserer Webseite sind Sie mit dem Einsatz der Cookies einverstanden. Weitere Informationen zu Cookies entnehmen Sie bitte unserer Datenschutzerklärung und Cookie-Richtlinie.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen