Bergrutsch




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Bergrutsch (Bergsturz, Erd-/Steinlawine, Felsrutsch). Der Ausdruck bezeichnet den lawinenartigen Abgang von Erd- und Steinmassen an einem Steilhang, wie er sich am häufigsten im Hochgebirge ereignet. Außer den direkten Folgen im Bereich eines Bergrutschen konnten in engen Flusstälern auch dadurch Schäden entstehen, dass sich in Fließgewässern durch das abgegangene Stein- und ErdmaterialI ein Damm bildete, dessen Rückstau die Dörfer talaufwärts unter Wasser setzte, und der – wenn er irgendwann dem Druck des angestauten Wassers nicht mehr standhalten konnte – brach, und eine verheerende Flutwelle talabwärts schickte.

Als Ursachen für Bergrutsche sind Witterungseinwirkungen wie Starkregen und Frost, Erdbeben oder Entwaldung anzunehmen.

Am 11. Jh. gingen gewaltige Felsmassen auf den Königssee (Berchtesgadener Land) nieder, und trennten ihn in zwei Teile. – 1132 wurde die Grande Chartreuse, das Mutterkloster des Kartäuserordens, durch einen Bergsturz “nahezu vollständig zerstört” (Zit. E. Schubert). Es wurde einige km südlich seines ursprünglichen Standortes nahe Grenoble neu errichtet. – Eines der verheerendsten Ereignisse dieser Art war das in der Nacht vom 24. auf den 25. November 1248, als nach schweren Regenfällen gewaltige Gesteinsmassen vom Mont Granier (Savoyen) losbrachen und mehrere Gehöfte an seinem Fuß verschütteten. Dabei sind viele Menschen umgekommen. – 25. Januar 1348 löste das schwere Erdbeben von Friaul gewaltige Steinlawinen vom Dobratsch (Villacher Alpe) ins Gailtal aus, die mehrere Dörfer und Kirchen ausgelöscht haben sollen und deren Trümmerfeld eine Fläche von ca. 24 km² überdeckte. Durch die Gesteinsmassen wurde die Gail zu einem See aufgestaut, der sich ins bis 18. Jh. halten sollte. Wie der Dominikanermönch Heinrich von Herford berichtet, ist durch diesen Bergsturz die Königstraße durch das Gailtal nach Italien derart verschüttet worden, dass sie auf ewige Zeiten nicht mehr benutzbar sei. (“Duo montes altissimi, inter quos erat strata regia, conjuncti sunt sic, quod ibi via esse non poterit in eternum.”) Auch dieser Bergrutsch war durch vorhergehende extrem niederschlagsreiche Witterung begünstigt worden (“ita ut katarakte celi viderentur aperte”/ “so, als wären die Schleusen des Himmels geöffnet”).

(s. Naturkatastrophen)




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