Fidel




Jetzt neu verfügbar, das umfassende Lexikon über das Mittelater, mit mehr als 3.900 Seiten und über 6.400 Einträgen. Download als eBook ist hier verfügbar.

Das Nachschlagewerk gibt einen umfangreichen Überblick über die Zeit des Mittelalters, erfahre hier mehr darüber!

Fidel. Die Fidel (mhd videl, videle; mlat. fidula) stammt aus Vorderasien und wurde im 10. Jh. über Byzanz importiert. (Otfried von Weißenburg erwähnt im 9. Jh. neben anderen Instrumenten eine fidula.) Sie war ursprünglich spatenförmig oder rechteckig, später schinkenförmig, hatte einen abgesetzten Hals und drei bis fünf Saiten. Neben dem Griffbrett waren häufig Bordunsaiten angeordnet, die mit dem Bogen oder mit dem Daumen zum Klingen gebracht wurden. Allmählich entwickelte sich im 11./12. Jh. zugunsten einer größeren Bewegungsfreiheit des Bogens die taillierte Form der späteren Violine. Die Lederbespannung der Decke wurde von einer hölzernen abgelöst. Das Instrument wurde in Armhaltung (meist auf die linke Schulter gestützt), auch quer vor dem Körper, selten in Kniehaltung oder auf den Boden gestützt gespielt. Die videl (frz. vielle) der Spielleute und Minnesänger war das wichtigste Streichinstrument des MA.; sie hatte den Vorteil, dass – anders als bei Blasinstrumenten – der Musikant gleichzeitig singen und gelegentlich noch tanzen konnte. (Die mhd. Bezeichnung gige [spätahd. giga; nhd. Geige] kam im 12. Jh. auf. Hiervon leiten sich das frz. gigue und das engl. jig für “Tanz” ab.)

Zur Herstellung der Fideln wurden einheimische Hölzer verwendet: Obsthölzer, Walnuss, Mandel- oder Ebenholz. Konrad von Megenberg empfiehlt um 1350 Tanne oder Fichte für die Decke. Die Saiten waren meist aus Schafs- oder Katzendarm gefertigt, seltener aus Tiersehnen, Rosshaar oder Seide. Ebenfalls mit Rosshaar war der Streichbogen bezogen, der um das 8. Jh. aus dem arabischen Raum zu uns kam. Seine Form war ursprünglich stark gekrümmt und wurde allmählich immer flacher. Das Material war Buchen- oder Lärchenholz. Wohl gleichzeitig mit dem Bogen kam Harz (Kolophonium) zum Einreiben des Bezugs in Gebrauch.

(s. Darmsaite)




Das Lexikon,  als digitales eBook, über das Mittelalter mit 3.979 Seiten und mehr als 6.400 Einträgen, gibt einen umfassenden Überblick über die Zeit des Mittelalters. Vom Ablass, über Blutpfennig und Kernburg, bis zu Zunftordnung und Zwölf Alte Meister. Ein eBook als Nachschlagewerk, das die Aspekte der europäischen Geschichte, Gesellschaft und Kultur von 500 bis 1500 n. Chr.  abdeckt.

Das eBook jetzt für nur 6,99 EUR, inkl. MWST kaufen, sicher über unseren Partner digistore24 herunterladen

Wir setzen Cookies (eigene und von Drittanbietern) ein, um Ihnen die Nutzung unserer Webseite zu erleichtern und Ihnen Werbemitteilungen im Einklang mit Ihren Browser-Einstellungen anzuzeigen. Mit der weiteren Nutzung unserer Webseite sind Sie mit dem Einsatz der Cookies einverstanden. Weitere Informationen zu Cookies entnehmen Sie bitte unserer Datenschutzerklärung und Cookie-Richtlinie.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen