Friedrich von Hausen

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Lexikon des Mittealters Zwischen Zinnen und Alltag - Das Leben auf mittelalterlichen Burgen
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Friedrich von Hausen (Fridericus de Husen; um 1150 – 1190). Minnesänger aus rheinfränkischem Geschlecht, beheimatet in Rheinhausen bei Mannheim, erstmals urkundlich bezeugt 1171. Als Reichsministerialer enger Vertrauter von Kaiser Friedrich Barbarossa, Kreuzzugsteilnehmer, gefallen auf dem 3. Kreuzzug (1190) in Kleinasien. Mit ihm und dem Kreis ritterlicher Sänger vom Mittel- und Oberrhein am Stauferhof vollzieht sich die Einschmelzung des provenzalischen Minnesangs in die deutsche Minnelyrik, wird die Hohe Minne in ihre die ritterliche Standesdichtung beherrschende Stellung gehoben. In einem seiner Kreuzlieder (s. Kreuzzugsdichtung) findet ein Streitgespräch statt zwischen dem törichten Herz, das der Minnedame anhängt, und dem lip (dem Körper, dem Ich), der zum Kreuzzugsdienst bereit ist. Den provenzalischen Einfluss auf seine Liebeslyrik verrät die Personifizierung der “Minne” und der Begriff wan, das aussichtslose Hoffen auf Erfüllung:

Wafena, wie hat mich minne gelazen!

diu mich betwanc daz ich lie min gemüete

an solhen wan der mich wol mac verwazen (=verderben).

Nur wenige seiner Lieder sind überliefert. Sie handeln von der Minne, von ritterlichen Taten während des Kreuzzugs oder auf Italienfahrten und von dem Problem Gott und Minne. Über seine Singweise ist nichts bekannt; bestimmte Formen seiner Strophen lassen vermuten, dass seine Melodien romanischen Weisen nachempfunden waren.

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