Krapp




Krapp (v. mndl. crappe = Haken; wegen der hakenartigen Stacheln der Pflanze; Färberröte, -wurzel; in der Hofgüterordnung Karls d. Gr. als warentia bezeichnet [v. splat. barentia, uarentia], rubea in Hildegards “Physica”; Rubia tinctorum). Aus den hellblutroten Wurzeln der Färberröte wurde nach sortieren, waschen, schälen, trocknen und mahlen ein roter Farbstoff (Alizarin) gewonnen, der in der Malerei sowie in der Textil- (Wolle, Baumwolle, Seide) und Lederfärbung Verwendung fand. Das Färbeverfahren war langwierig (etwa 4 Monate) und kompliziert. Vor dem eigentlichen Färben mussten die Textilien gebeizt werden.

Die Vermehrung der Pflanze geschah durch das Ausbringen von Stecklingen. Die erste Ernte erfolgte nach 2 bis 3 Jahren, im Früherbst und unter Schonung des jungen Wurzelwerks – geübte Arbeiter schnitten im Erdreich nur die stärksten Wurzeln aus. Um die Wurzelbildung zu fördern wurden die Pflanzen mehrmals jährlich entlaubt oder gemäht. Krapp war aus Italien in die nordalpinen Länder gekommen und wurde seit dem 13./14. Jh. hauptsächlich im Elsaß (um Straßburg und Hagenau), um Braunschweig, Trier und Speyer, in Flandern und Seeland, seit dem 15. Jh. auch in Schlesien (um Breslau) angebaut.

(s. Textilfarben)




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