Meinung, Beeinflussung der




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Meinung, Beeinflussung der (mhd. meinunge, urteil, anschouwunge, sin; lat. sententia, arbitrium, opinio, interpretatio, consilium). Unter Meinung ist hier die Auffassung verstanden, die jemand von einer Person oder Sache hat. Sie wird gebildet durch eigene Erkenntnis und Erwägung, sowie durch Beeinflussung seitens Dritter.

Die Inhaber geistlicher und weltlicher Herrschaft hatten ein dringendes Interesse daran, ihre herausragende Stellung zu betonen und zu begründen. Sie verfügten über ein reiches Instrumentarium, um ihre Untergebenen, aber auch Übergeordnete und auch ihre Feinde für sich einzunehmen oder einzuschüchtern und herabzusetzen. Gegenüber dem bis zum Spätmittelalter überwiegend illiteraten Volk nutze man zur Selbstdarstellung vor allem visuelle Zeichen (Bildnisse in Malerei, Plastik und Münzprägung, Insignien, Symbole, imposante Bauwerke wie Burgen und Kathedralen, kostbare Kleidung, Fahnen, Wappen, erhabene Position auf Thronsitzen und Pferderücken, Rituale, Zeremonien usw.), aber auch mündlich Vorzutragendes (Predigten, Wunderberichte, von der Kanzel verkündete Sendschreiben, öffentlich vorgetragene politische Lob- und Spottdichtung) und – wenn auch erst im Spätmittelalter – Schriftliches in Form von polemischen Streitschriften und Flugblättern. Zu den proapandistischen Mitteln gehörten ferner demonstrative Handlungen, die öffentlichkeitswirksam zelebriert wurden (Heiltumsweisung, Prozessionen und Umzüge, Privilegiengewährung, freigebige Bewirtung, Straferlasse und Begnadigungen). Als Imponiersignale wurden Glockenklang, Trompetensignale und Trommelwirbel eingesetzt.

Die Kirche stellte die Allmacht Gottes und die Wirkkraft seiner Heiligen durch Wunderberichte unter Beweis, und erhöhte so ihr eigenes Ansehen.

Um vor Rechts- und Glaubensverletzung abzuschrecken, stellten weltliche wie kirchliche Obrigkeiten auf achtungsgebietende und abschreckende Zeichen und Bilder; als Beispiele seien genannt Galgengerüste und Pranger bzw. Darstellungen von Fegfeuer und Höllenschlund. So zeigt z.B. das Weltgerichtsfresko des Campo Santo Monumentale in Pisa Kaiser Ludwig den Bayern und den von ihm protegierten Gegenpapst Nikolaus V. in der Hölle. Die Stadt war 1330 vom Kaisertum abgefallen und wollte seine Feinde dem Volk als Verdammte vorführen.

Mit Gräuelpropaganda verbreitete man Angst, Schrecken und Hass gegenüber tatsächlichen Feinden (Awaren, Hunnen, Mongolen) sowie gegenüber dämonisierten Personen oder Personengruppen (Hexen, Juden, Ungläubige, Ketzer). Als Beispiel einer Diffamierungskampagne sei der Zwist zwischen dem Stauferkaiser Friedrich II. und dem Papsttum (Honorius III., Gregor IX., Innozenz IV.) genannt. Beide Seiten überboten sich gegenseitig an Verleumdungen des Gegners und Herausstreichung der eigenen Rechtmäßigkeit.

Hierher gehören auch die Kreuzzugspredigten, die das Werk der militia Christi als gottgefällig darstellten und mit frommer Pilgerschaft verglichen, während sie die Bewohner des Heiligen Landes als Gottesfeinde und Abkömmlinge der Hölle schilderten.

(s. Antisemitismus, Blutfrevel, Flugblätter, Fürstenpreis, Geschichtsschreibung, Heraldik, Hexe, Hexenmeister, Hostienfrevel, Kreuzzugspropaganda (Bernhard von Clairvaux, Gunther von Pairis, Jacques de Vitry, Kreuzfahrerlieder, Kreuzzugs-Chroniken, Kreuzzugsdichtung, Marcabru, Peter der Einsiedler), Judensau, Ketzer, Lobdichtung, Preislied, Ritual, Sinne, Spruchdichtung, Trommeln, Trompete, Wunder)




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