Meir von Rothenburg

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Lexikon des Mittealters Leben im Schatten der Zinnen: Burgen des Mittelalters und ihr Alltag
Erkunde das Mittelalter: Über 3.979 Seiten und mehr als 6.400 Einträge bieten dir einen tiefen Einblick in diese Ära. Vom Ablass bis zur Zunftordnung - dieses eBook ist dein Guide durch die Geschichte, Gesellschaft und Kultur Europas von 500 bis 1500 n. Chr. Entdecke in „Leben im Schatten der Zinnen“ auf 122 Seiten die mittelalterliche Burgenwelt: Architektur, Alltag und ihre Rolle im Mittelalter kompakt erklärt.

Meir von Rothenburg (Meir Ben Baruch, Maharam, “Leuchte der Judenheit”; 1215-1293). Er entstammte einer in Worms ansässigen Familie bedeutender Talmudgelehrter und studierte an jüdischen Akademien in Würzburg, Mainz und Paris. In Paris musste er 1242 die öffentliche Verbrennung jüdischer Schriften miterleben; ein Klagelied, das er aus diesem Anlass schrieb, wird seither alljährlich am Trauertag des Gedenkens der Tempelzerstörung in den Synagogen gesungen. Meir ließ sich um 1245 als Lehrer in Rothenburg ob der Tauber nieder, wo er großen Zustrom von Schülern und Ratsuchenden aus ganz Europa hatte – galt er doch als einer der belesensten und weisesten Talmudisten, Richter und Schlichter seiner Zeit. Von seinen Rechtsgutachten (s. responsa) haben sich mehr als 1.000 erhalten. Zwar hatte Meir keinerlei offizielle Stellung inne, wegen seines hohen Ansehens galt er jedoch als Vater der jüdischen Gemeinden in Deutschland. Als König Rudolf I. von Habsburg 1286 eine drastische Erhöhung der Judensteuer verfügte, verließen viele Juden das Reich, unter ihnen auch Meir Ben Baruch. Er wurde jedoch auf der Flucht nach Palästina in der Lombardei gefangen genommen und eingekerkert. Obwohl sich die deutsche Judenschaft erbötig gemacht hatte, die immense Lösegeldsumme von 23.000 Pfund Silber aufzubringen, verweigerte Meir aus rechtsphilosophischen Gründen den Freikauf und blieb er bis zu seinem Tod (1293) in Haft. Erst 1307 wurde sein Leichnam gegen eine hohe Geldsumme freigegeben und nach Worms überführt. Dort ist im alten Judenfriedhof sein Grabstein noch heute zu sehen.

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