Nationes




Jetzt neu verfügbar, das umfassende Lexikon über das Mittelater, mit mehr als 3.900 Seiten und über 6.400 Einträgen. Download als eBook ist hier verfügbar.

Das Nachschlagewerk gibt einen umfangreichen Überblick über die Zeit des Mittelalters, erfahre hier mehr darüber!

nationes (von lat. natio = das Geborenwerden, Geschlecht). Um 1200 entstanden erstmals an der Universität von Bologna an der Herkunft orientierte studentische Zusammenschlüsse, nämlich die der Citramontanen (Römer, Italiener, Sizilianer) und der Ultramontanen (Engländer, Deutsche). Seit 1265 zählte die Universitas Ultramontanorum 13 nationes, 1432 waren es 16 nationes. – Die Artesfakultät der Pariser Universität kannte (im 14. Jh.) vier nationes: die französische, normannische, pikardische und die bunt zusammengewürfelte anglikanische; zu der letzteren zählten Lehrende und Lernende aus Deutschland, Ungarn, Böhmen, Polen, Schweden, Dänemark, Norwegen, Schottland, England und Irland. – Die Carolina in Prag (gegr. 1348) kannte vier Universitätsnationen: im Süden die der Böhmen, Ungarn und Südslawen, im Westen die der Bayern, Österreicher und Rheinländer, im Norden die der Sachsen und Meißner sowie der Engländer, Dänen, Schweden und Finnen und im Osten die der Polen.

Jede einzelne der nationes wurde von einem oder zwei Procuratoren (auch consularii) geleitet. Sie regelten Aufnahme und Immatrikulation, übten eine beschränkte Gerichtsgewalt aus und sorgten für die Unterstützung bedürftiger Kommilitonen sowie für religiöse Betätigungen. Die Nationen hatten jeweils eigene Aufnahmeriten, Statuten und eigene Schutzheilige. Ihr anfänglich bedeutender Einfluss bei universitären Beschlussfassungen ging am Ende des Mittelalter wegen der zunehmenden Regionalisierung der Universitäten und wegen Rückgangs der universitären Autonomie zugunsten der Fakultäten zurück.

Die landsmannschaftliche Gliederung war an deutschen Universitäten nicht so ausgeprägt wie an den weltbürgerlichen Hochschulen Frankreichs und Italiens. An der Wiener Universität gab es die österreichische, rheinische, ungarische und sächsische Nation; in Leipzig die meißnische, sächsische, bayrische und polnische; in Rostock die skandinavische, niederländische und livländische. Dabei sagten die Nationentitel nicht viel über die tatsächliche landsmannschaftliche Zusammensetzung einer “Nation” aus. Den stärksten Landsmannschaften wurden willkürlich schwächere zugeschlagen. So fanden sich beispielsweise in Leipzig in der bayerischen Nation auch die Franken, Westfalen, Rheinländer, Engländer, Franzosen und Spanier. Keine nationes kannten die Universitäten von Heidelberg und Köln.




Das Lexikon,  als digitales eBook, über das Mittelalter mit 3.979 Seiten und mehr als 6.400 Einträgen, gibt einen umfassenden Überblick über die Zeit des Mittelalters. Vom Ablass, über Blutpfennig und Kernburg, bis zu Zunftordnung und Zwölf Alte Meister. Ein eBook als Nachschlagewerk, das die Aspekte der europäischen Geschichte, Gesellschaft und Kultur von 500 bis 1500 n. Chr.  abdeckt.

Das eBook jetzt für nur 6,99 EUR, inkl. MWST kaufen, sicher über unseren Partner digistore24 herunterladen

Wir setzen Cookies (eigene und von Drittanbietern) ein, um Ihnen die Nutzung unserer Webseite zu erleichtern und Ihnen Werbemitteilungen im Einklang mit Ihren Browser-Einstellungen anzuzeigen. Mit der weiteren Nutzung unserer Webseite sind Sie mit dem Einsatz der Cookies einverstanden. Weitere Informationen zu Cookies entnehmen Sie bitte unserer Datenschutzerklärung und Cookie-Richtlinie.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen