Naturrecht




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Naturrecht (lat. lex naturalis, ius naturale). Der Naturrechtsgedanke geht auf die Sophisten zurück, für die “Natur” und “Gesetz” dem Gegensatzpaar von menschlicher und göttlicher Ordnung entsprachen. Nach Aristoteles war unter Naturrecht dasjenige Recht zu verstehen, das – unabhängig vom historisch wechselnden Gesetzesbrauch – überall die gleiche Gültigkeit besitzt. In der Stoa war Natur von der Allvernunft des Weltgesetzes (lex aeterna) beseelt, welches auch der menschlichen Natur (als lex naturalis) zugrundelag. Bei Augustinus (“De civitate Dei”) sind Wille und Vernunft des Schöpfergottes die Ursachen des Weltgesetzes. Teil der göttlichen lex aeterna ist die lex naturalis, der jedes vom Menschen gesetzte Recht (lex positiva, lex humana) unterworfen ist; dieses ist nur insoweit gültig, als es in Einklang mit dem Naturrecht steht. Der Sachsenspiegel konstatiert: “Gott ist selber Recht, darum ist ihm Recht so teuer”. Als Naturrecht begriff man insbesondere das Recht der persönlichen Freiheit. Dazu der Sachsenspiegel: “Do men recht ersst sazte, do ne was nichen dienstman und waren ale die lüte vri….. Nach rechter warheit so hat eigenschaph begin von dwange unde von venknisse unde von unrechter gewalt, die men von aldere in unrechte gewonheit hat unde nu vor recht haben wil.” Das gute alte Recht (auf persönliche Freiheit) hat demnach dem Naturrecht entsprochen, und wurde erst durch gewalttätige Menschen verdorben. Kirchenrechtler räumten ein, dass es gerecht (aequum) wäre, wenn alle Menschen in Freiheit lebten. Dies bliebe jedoch nur eine idealistische Forderung, da die Volksrechte, die als Teil des Naturrechts galten, persönliche Unfreiheit durchaus kannten. Ähnlich problematisch war die Frage des persönlichen Besitzes: Der naturrechtlichen Doktrin von der Gemeinsamkeit allen Besitzes stand die Realität privater – auch kirchlicher – Besitzansprüche gegenüber. Man löste das Problem durch das Postulat eines Obereigentums Gottes an allen irdischen Gütern und durch die Forderung, diese mit den Armen und Bedürftigen “gerecht” zu teilen.

Eines der Grundprobleme der scholastischen Theologie war die Frage, ob sich das Naturgesetz dem Menschen durch seine Vernunft oder kraft seines Willens erschlösse. Nach Thomas von Aquin erfährt der Mensch durch die Offenbarung und die Gebote vom Weltgesetz und leitet daraus mittels seiner Vernunft das Naturgesetz ab. Demgegenüber betonten die Nominalisten (William v.Ockham) den Vorrang des Willens.

Von den gelehrten Juristen des Mittelalter wurde das Naturrecht als theoretische Disziplin behandelt und kaum je auf konkrete Rechtsfälle angewandt.




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