Sozialkritik im Schauspiel




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Sozialkritik im Schauspiel. Gesellschaftskritisches, meist dem Publikum vom Maul abgeschaut und aus der Seele geprochen, auch an die Adresse der Zuhörerschaft selbst gerichtet, fand sich in vielen hochmittelalterliche und spätmittelalterliche Spielen. Schon im schweizerischen Osterspiel von Muri (13. Jh.) wird in der Wächterszene bürgerliche Kritik am Adel, in der Wächterszene bürgerliche Selbstkritik artikuliert. In den Weltgerichtsspielen werden weltl. und geistl. Größen der Simonie, der Verschwendung und der Untreue angeklagt, Prälaten und Herzöge verfallen der Verdammnis ebenso wie Wucherer, Advokaten oder falsche Richter. Im spätmittelalterliche Gerichtsspiel wurden die nicht-bürgerlichen Teile der Gesellschaft – Adel und Bauernschaft – abqualifiziert; die einen als sauf- und streitlustige Habenichtse, die andern als ungebildete, anmaßende Tölpel. Auch Übeltäter aus der Bürgerschaft kamen an den Pranger: der betrügerische Bäcker oder Fleischhauer, der schlampige Bierwirt, der raffgierige Quacksalber, der salbadernde Advokat, der geile Pfaffe, Säufer, Spieler usf. Durch die öffentlich vorgetragene Kritik erfuhr der real geschädigte oder auch nur im Rechtsgefühl beleidigte Bürger Genugtuung, nahm er die beruhigende Gewissheit mit, bürgerliche Ordnung und christ. Werte müssten letztlich triumphieren.

Die Stadtoberen, Rat und Patriziertum, schützten sich vor Kritik dadurch, dass sie Spielinhalt und Kostümierung von einer Amtsperson im Voraus begutachten ließen und den Schauspielern mancherorts Maskenverbot auferlegten, damit diese ihre verbalen Giftpfeile nicht aus der Deckung der Anonymität abschießen konnten.




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