Spanien




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Spanien (lat. Hispania; v. phönizisch i-shephan-im = Kaninchenland). Die Landmasse der Iberischen Halbinsel gehörte nach langen Unterwerfungskriegen gegen einheimische Bevölkerungsgruppen zum röm. Weltreich, bis im 5. Jh. Alanen, Sueben, Vandalen und Westgoten über das Land hereinbrachen. Die Letzteren konnten sich zur Alleinherrschaft aufschwingen und machten Toledo zu ihrer Hauptstadt. 585 übernahmen die arianischen Westgoten den kath. Glauben. 711 unterlag der letzte toledanische König Roderich dem Feldherrn Tarik des Kalifen von Nordafrika. Bis 711 war die Unterwerfung der Iber. Halbinsel durch die Araber vollzogen, sie wurde eine Provinz der Omajjaden-Kalifen von Damaskus. Nach deren Sturz gründete der Omajjade Abd ar-Rahman I. 756 das Emirat (ab 929 Kalifat) von Cordoba. Unter den Omajjaden erlebte das Land eine Blütezeit, Ackerbau, Wissenschaft, Kunst, Handel und Gewerbe wurden gepflegt, großartige Bauten (besonders in Cordoba und Granada) entstanden. Christen und Juden als Angehörige monotheistischer Religionen lebten unter muslimischer Herrschaft zwar in relativer Sicherheit, unterlagen jedoch drückenden Belastungen (Kopf-, Grundsteuer) und diskriminierenden Sondergesetzen (Kleidungsvorschriften, Ausschluss von höheren Ämtern, Eheverbote, Waffenverbot etc.) – Die Macht der Mauren verfiel jedoch bald durch Parteikämpfe und Thronstreitigkeiten, 1031 wurde der letzte omajjad. Kalif gestürzt, das span.-arab. Reich zerfiel in Teilreiche (Taifasreiche), die sich untereinander befehdeten. Diese Lage nutzten die verbliebenen span. Christenreiche (Navarra, Kastilien, Leon, Aragon) und die christl. Grafschaften (Portugal, Barcelona), um gegen die Ungläubigen einen Rückeroberungsfeldzug (Reconquista) zu beginnen. Nordspanien kam bis zum Fluss Targo unter christl. Herrschft. Nach dem Sieg von Las Navas de Tolosa (1212) wurde die Macht der Mauren endgültig gebrochen, ihre Herrschaft auf das Königreich Granada eingeschränkt, welches jedoch dem Königreich Kastilien-Leon tributpflichtig wurde. Ende des 15. Jh. bestanden auf der Iber. Halbinsel die drei Königreiche Aragon (im NO), Kastilien (im mittleren Spanien) und Portugal (im Südwesten), sowie das Kleinreich Navarra (zwischen den Pyrenäen und dem Ebrotal). Unter der kastil. Thronerbin Isabella wurden 1479 die Königreiche Kastilien und Aragon vereinigt. Hatten sich bis dahin im mittelalterliche Spanien islamische, jüdische und christliche Kulturelemente auf eine Weise verbunden, die für ganz Europa äußerst fruchtbar werden sollte, so kam es unter den katholischen Majestäten Ferdinand II. von Aragon und Isabella I. von Kastilien (Los Reyes Catolicos) zu Zwangsbekehrungen und Vertreibungen. Im Januar 1492 kapitulierte der letzte Herrscher eines arabischen Herrschaftsbezirks in Andalusien, Muhammad XII. (Boabdil) vor den Heeren Ferdinands und Isabellas. Im gleichen Jahr wurden die Juden endgültig aus Spanien, bald von der ganzen iberischen Halbinsel vertrieben. Sie zogen in alle Richtungen, zumeist nach dem Osten, in kleineren Gruppen nach London, Hamburg, Antwerpen und Amsterdam. Da die Vertriebenen überwiegend Handwerker und Kaufleute waren, entstanden dem Land schwere wirtschaftliche Schäden.

(s. Araber, Mozaraber)




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