Straßburger Eide

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Lexikon des Mittealters Zwischen Zinnen und Alltag - Das Leben auf mittelalterlichen Burgen
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Straßburger Eide. Nach dem Tode Kaiser Ludwigs d. Frommen 840 beanspruchte dessen ältester Sohn Lothar die herrscherliche Vorrangstellung vor seinen Brüdern Ludwig (“der Deutsche”) und Karl (“der Kahle”). Die beiden verbündeten sich und schlugen Lothar 841 in der Schlacht von Fontenoy. Am 4. Februar 842 kamen sie mit ihren Heeren bei Straßburg wieder zusammen, um ihr Bündnis gegen Lothar zu erneuern und durch Eid zu bekräftigen. Über das Ereignis berichtet der karolingische Historiograph Nithard, von dem möglicherweise auch die Eidesformel stammt. Diese ist – entsprechend der Landessprachen der ostfränkischen (germanischen) bzw. westfränkischen (romanischen) Heere in althochdeutscher bzw. altfranzösischer Sprache abgefasst. Inhalt der Eide ist im wesentlichen die Entbindung der Gefolgsleute von Treu und Gehorsam für den Fall, dass die königlichen Brüder Karl und Ludwig die einander gelobte Bündnistreue brächen. – Die Straßburger Eide zählen zu den ältesten Sprachdenkmälern sowohl des Althochdeutschen als auch des Altfranzösischen.

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