Straßburg

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Straßburg (Strateburg; im Frühmittelalter Argentina, röm. Argentoratum). Die am Unterlauf der Ill, eines linken Nebenflusses des oberen Rheins, gelegene röm. Lagerstadt Argentoratum wurde um 300 zum letzten Mal neu ummauert, war vom 4. Jh. an Bischofsstadt, wurde 406 von den Alamannen erobert und 451 von den Hunnen so gründlich zerstört, dass sie von den Alamannen von Grund auf neu erbaut und besiedelt werden musste. 496 kam die Stadt mit dem gesamten Elsaß an das Frankenreich Chlodwigs, und führte von da an den Namen Stratisburgo oder Strateburgum (= befestigter Ort an der Straßenkreuzung), woraus auf eine Lage am Schnittpunkt wenigstens zweier Heeres- und Handelsstraßen zu schließen ist. 843 kam Straßburg zum Lothringischen, 925 zum Deutschen Reich. 982 machten sich die Bischöfe auch zu den weltl. Herren der Stadt und ihrer Umgebung, und lösten sie aus der Grafschaft Elsaß des Herzogtums Schwaben. Die nach Zahl und Selbstbewusstsein wachsende Bürgerschaft errang im 12. Jh. städt. Rechte und Freiheiten, im Jahre 1201 den Status einer Freien Reichsstadt innerhalb des bischöfl. Herrschaftsbereiches. Das auf das bischöfliche folgende patrizische Stadtregiment nahm ab 1332 auch Vertreter der Zünfte auf. – Der Rat übernahm 1290 den Münsterbau und ließ 1388 die einzige Brücke über den Oberrhein schlagen. Straßburg dehnte sich aus, verschiedene Vorstädte wurden bis 1441 in den Mauerring einbezogen. Zu dieser Zeit erreichte die Stadt die größte Flächenausdehnung im MA., galt als eine der höchstentwickelten Städte Deutschlands und als wichtiges kulturelles Zentrum.

Die mittelalterliche Sehenswürdigkeiten der Stadt liegen bis auf wenige Ausnahme auf der Illinsel und am Südufer der Ill.

Eines der bedeutendsten Bauwerke des europ. Mittelalter überhaupt ist das Straßburger Münster Unserer Lieben Frau. Es erhebt sich über einer Vorgängerkirche aus der Karolingerzeit und dem Münster Bischof Werinhers, das 1015 begonnen, um 1030 vollendet und 1176 durch einen Brand soweit zerstört wurde, dass ein Neubau nötig war. Dieser wurde während der Stauferzeit im roman. Stil (Chor, Vierung, Querhaus) begonnen, wurde von 1225 an im got. Stil fortgeführt (Langhaus, Westfassade; s. Meister Erwin) und 1439 mit dem spätgot. Maßwerk-Turmhelm des Nordturms vollendet. Das Münster ist berühmt für seine Fensterrose in der Wesrfassade (wohl das schönste Beispiel seiner Gattung),für seine Glasgemälde und für seine reiche Ausstattung mit Skulpturen im Innenraum wie am Außenbau. – Die Straßburger Dombauhütte (Marienwerk, opus sancte Mariae) war eine der einflussreichsten Kirchenfabriken der Gotik. Baumeister nach Meister Erwin waren: sein Sohn Johannes, sein Enkel Meister Gerlach, Michael von Freiburg (von ihm stammt das Glockengeschoss zwischen den beiden Türmen), Claus von Lore (aus der Familie der Parler), Ulrich von Ensingen (aus Ulm) und Heinrich Hültz (aus Köln; er vollendet 1439 den Nord-Turm, der mit 142 m Höhe bis ins späte 19. Jh. das höchste Bauwerk der Menschheit war.)

Weitere mittelalterliche Kirchen Straßburgs sind Saint-Thomas (12.-14. Jh.), Saint-Pierre-le-Jeune (13.-15. Jh.) und Saint-Guillaume (14./15. Jh.).

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