Wechsler




Jetzt neu verfügbar, das umfassende Lexikon über das Mittelater, mit mehr als 3.900 Seiten und über 6.400 Einträgen. Download als eBook ist hier verfügbar.

Das Nachschlagewerk gibt einen umfangreichen Überblick über die Zeit des Mittelalters, erfahre hier mehr darüber!

Wechsler (mhd. wehselaere, ahd. wehselari; v. wehseln = tauschen, ändern). Die Vielzahl der unterschiedlichen Münzsorten heimischer und weit entfernter Prägestätten ließ den Beruf des Wechslers entstehen, eines Münzspezialisten, der Geldstücke erkennt, abwiegt und nach ihrem Wert beurteilt. Er beobachtet die Edelmetallkurse und die Handelskurse der Münzen, tauscht Münzsorten entsprechend ihrem Tageskurs, informiert und berät seine Kundschaft vom Kaufmann oder Spekulanten bis zum Landesherren. Nicht wegzudenken waren Wechsler von den Messeorten, wo Währungen aus ganz Europa zusammen strömten und wieder in verschiedene Gegenden abflossen.

Um den von einem Handelsort zum anderen reisenden Kaufleuten das Risiko und die Beschwernis einer schweren Fracht an Bargeld zu ersparen, bedienten sich vom 13. Jh. an – vor allem norditalienische – Wechsler sog. “instrumenta ex causa cambii” (Wechselbriefe; mhd. wehsele), notariell bestätigter Empfangsbestätigungen über einen Geldbetrag in bestimmter Münze, der zu einem vereinbarten Termin an einem anderen Ort und in anderer Münze zurückzahlbar war. Der Gewinn für den Wechsler dürfte in dem zurückzuzahlenden Betrag enthalten gewesen sein. Etwa um 1300 ging man, um Kosten und Zeit zu sparen, von dem notariellen Geschäftsgang ab und ersetzte diesen durch einen formlosen, von den Geschäftspartnern direkt abgeschlossenen Kreditbrief. Hatte ein Schuldner am Wohnort des Gläubigers Schuldansprüche an andere Kaufleute, so konnte er diese Schuldansprüche an seinen Gläubiger zur Tilgung eigener Schulden übertragen. Man konnte durch Kauf oder Verkauf von Wechseln sowohl bargeldlose Geschäfte machen als sich auch Bargeld beschaffen. Wusste man die Schwankungen von Geldwert und Wechselkursen zu nutzen, so konnte man beträchtlichen Gewinn erzielen.

Eine verwirrende Rechenaufgabe aus einem Rechenbuch von 1489, zitiert nach W. Metzger: “Jemand geht in Wien mit 30 Nürnberger Pfennigen zu einem Geldwechsler und möchte sie in Wiener Pfennige umtauschen. Der Wechselkurs wird schließlich folgendermaßen ermittel: 7 Wiener Pfennige entsprechen 9 aus Linz, 8 Linzer Pfennige aber sind soviel wert wie 11 Nassauer, 12 Nassauer entsprechen 13 Vilshofener Pfennigen und 15 Vilshofener soviel wie 10 Regensburger, 8 Regensburger gelten soviel wie 18 Neumärker Pfennige und 5 Neumärker endlich entsprechen 4 Nürnbergern.”

(s. Geld, Wechsel (monet.)




Das Lexikon,  als digitales eBook, über das Mittelalter mit 3.979 Seiten und mehr als 6.400 Einträgen, gibt einen umfassenden Überblick über die Zeit des Mittelalters. Vom Ablass, über Blutpfennig und Kernburg, bis zu Zunftordnung und Zwölf Alte Meister. Ein eBook als Nachschlagewerk, das die Aspekte der europäischen Geschichte, Gesellschaft und Kultur von 500 bis 1500 n. Chr.  abdeckt.

Das eBook jetzt für nur 6,99 EUR, inkl. MWST kaufen, sicher über unseren Partner digistore24 herunterladen

Wir setzen Cookies (eigene und von Drittanbietern) ein, um Ihnen die Nutzung unserer Webseite zu erleichtern und Ihnen Werbemitteilungen im Einklang mit Ihren Browser-Einstellungen anzuzeigen. Mit der weiteren Nutzung unserer Webseite sind Sie mit dem Einsatz der Cookies einverstanden. Weitere Informationen zu Cookies entnehmen Sie bitte unserer Datenschutzerklärung und Cookie-Richtlinie.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen