Zugtiere




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Zugtiere fanden vor allem in der Landwirtschaft Verwendung, angeschirrt vor Egge und Pflug, vor den ein-, später auch zweiachsigen Karren. Ochsengespanne im Stirn-, Nacken- oder Widerristjoch besorgten den Lastverkehr auf den Straßen, Treidelpferde die Bergfahrt auf den Flüssen. In den Göpelwerken von Mahl- und Werkmühlen sowie von Hebewerken wurde die Zugkraft von Ochsen, Pferden und Maultieren in Rotationskraft umgewandelt.

Das Feld- oder Ackerpferd (veltperd) dürfte leichter als das Schlachtross der Ritter gewesen sein. Es übertraf aufgrund größerer Schnelligkeit und Ausdauer deutlich die Arbeitsleistung eines Ochsen (mndd. toch-ossen). Der größeren Arbeitsleistung der Ackerpferde standen eine größere Krankheitsanfälligkeit und höherer Futteranspruch (Hafer) gegenüber. Durch die Einführung des Kummets anstelle des atmungsbehindernden Halsgurts (am Ende des 1. Jt.) stieg die Zugleistung des Pferdes von 500 auf 2.500-3.000 Kilopond. Insgesamt wurden bis zum Ende des Mittelalter Pferde und Ochsen gleichermaßen genutzt; erst, als im Gefolge der spätmittelalterliche Agrarkrise landwirtschaftliche Arbeitskräfte knapper und teurer wurden, wurde das Pferd zum dominierenden Zugtier in der Landwirtschaft, bei der Holzbringung und im Transportwesen.

Wohl schon im 9. Jh. kam das eiserne Hufeisen in Gebrauch, das den Hufabrieb minderte, den Hornschuh vor Durchfeuchtung schützte und die Griffigket des Hufes und damit die Leistung der Tiere erhöhte. Im 12. Jh. war der Hufbeschlag allgemein üblich, also nicht nur bei Reit- und Kriegspferden, sondern auch bei Zugpferden in Landwirtschaft und Transportwesen. Bei Zugochsen war der Klauenbeschlag üblich.

In ganz Europa sind im Mittelalter auch Hunde als Zugtiere verwendet worden, sei es vor Grubenwagen im Bergbau oder vor den Karren kleiner Gewerbetreibender.

(s. Agrartechnik, Energiequellen, Holzhauer, Hufeisen, Hufschmied, Joch, Klauenbeschlag, Ochse, Pferde, Siele)




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